Williams erlebte in Barcelona ein Wochenende zum Vergessen. P19 und P20 im Qualifying, P18 und P20 das Endresultat im Rennen. Alexander Albons Ausrutscher ins Kiesbett gegen Rennende passte zur enttäuschenden Vorstellung. Vehement fragte Albon noch während des Formel-1-Rennens in Spanien bei seinem Team nach einer Erklärung. Im Nachhinein klärte der Thailänder über die verärgerte Boxenfunk-Kommunikation mit seinem Renningenieur James Urwin auf.

Alex Albon verzweifelt: Was zur Höllle war das?

In Runde 59 verlor der Williams-Fahrer in Kurve 4 kurzzeitig die Kontrolle über seinen Boliden und kam von der Strecke ab. “Es war etwas komisch. Ich weiß, wo das Limit des Autos ist und das war nicht das Limit”, konnte sich Alex Albon den Zwischenfall auch im Nachgang des Rennens noch nicht ganz erklären.

Schon direkt infolge seines kurzen Ausflugs neben die Strecke funkte Albon aufgebracht an seine Box: “Was zur Hölle war das?” Als sein Renningenieur unmittelbar darauf beruhigend entgegnete, dass von Seite des Kommandostands alles in Ordnung aussehe, reagierte Albon ungehalten: “Nein, es ist nicht okay. Sag das nicht einfach so innerhalb von fünf Sekunden.”

Williams-Fahrer Alexander Albon
Im Williams von Alex Albon kochten während des Spanien-Rennens die Emotionen hoch, Foto: LAT Images

Eine Runde später meldete sich Urwin zurück: “Wir sehen einen Schaden am Frontflügel.” Doch das interessierte Albon nicht, der weiterhin nach dem Problem des Fahrzeugs in Kurve 4 bohrte. Das Team vermutete zu diesem Zeitpunkt noch blockierende Räder als Ursache dafür, dass Albons Wagen nicht wie gewünscht einlenkte. Erst am Ende der Auslaufrunde funkte der Renningenieur: “Es sieht so aus, als ob es am Wind gelegen hätte. Da war eine Böe von 17 km/h.”

Realitätscheck für Williams: Uns fehlt der Downforce!

Immerhin kostete der Zwischenfall Albon keine Position, da der Rückstand seines Verfolgers Yuki Tsunoda auf P19 mit ca. 12 Sekunden in jenem Moment groß genug war. Albon seinerseits hatte sich mit einer guten Reifenstrategie trotz seines Starts aus der Boxengasse dicht an Kevin Magnussen und Daniel Ricciardo herangearbeitet. Möglicherweise hätte er also noch eine Position gutmachen können.

Die Punkte lagen jedoch ohnehin in weiter Ferne. “Diese Strecke war ein kleiner Realitätscheck. Auf den traditionelleren Strecken sind wir weiter weg und uns fehlt es an Abtrieb gegenüber den anderen. Das zusätzliche Gewicht des Fahrzeugs in Kombination mit dem starken Wind und den Streckentemperaturen bremste uns aus”, resümierte der Williams-Pilot. In der WM-Tabelle liegt er mit zwei Punkten momentan auf Rang 17.

Er glaubt aber an ein baldiges Comeback: “Es war ein hartes Rennen. Da das Mittelfeld immer stärker wird, ist es klar, dass wir noch Arbeit vor uns haben. Aber wir ziehen Vorteile aus Strecken, die etwas anders sind. Österreich und Silverstone sollten uns viel besser liegen.”

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