Kurz springt die Formel 1 zu Juni-Beginn über den Atlantik nach Kanada. Trotz des langen Weges hat die Mehrheit der Teams kleinere Updates im Gepäck, darunter aus der Spitzengruppe Red Bull und Mercedes. Einige ihrer Gegner sparen sich jedoch diesmal den Aufwand. Motorsport-Magazin.com hat die jüngsten Technik-News aus Montreal im Überblick.

Red Bull: Nur die Heckflügel-Geometrie ist am RB20 neu, beziehungsweise optimiert, um mehr Abtrieb bei trotzdem annehmbarer Stabilität des Luftflusses zu erzeugen. Vergrößerte Vorderbremskühlungen sind primär der für die Bremsen anspruchsvollen Strecke in Montreal geschuldet.

  • Heckflügel
    – neues Profil für mehr Last
  • Vordere Bremskühlung
    – größerer Ausfluss (streckenspezifisch)
Red Bull-Fahrer Max Verstappen
Trotz Regen fuhr Red Bull in FP1 mit FlowVis, Foto: Getty Images / Red Bull Content Pool

Mercedes: Der in Monaco nur von George Russell verwendete neue Frontflügel wird jetzt von beiden Fahrern genutzt. Er wird ergänzt um eine leicht andere Anordnung von Spurstange und unterem Querlenker. Damit will man den Luftfluss optimaler nutzen und zum Unterboden lenken. Im verregneten FP1 fuhren allerdings schließlich beide Fahrer mit dem alten Frontflügel.

  • Vorderradaufhängung
    – Spurstange und unterer Querlenker neu positioniert
  • Vordere Bremskühlung
    – Größerer Einlass
Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton
Der Mercedes war in FP1 wieder mit altem Frontflügel unterwegs, Foto: LAT Images

Aston Martin: Die nach Antworten Suchenden haben in Kanada nur einen angepassten Beam Wing mit dabei. Der soll jetzt besonders an den Enden mehr Last erzeugen.

Williams: Die Diät geht weiter. In Kanada gibt es abgespeckte Zugstreben für die Hinterradaufhängung, die außerdem noch eine größere Bandbreite an Höhenverstellungen erlauben, ohne aber die grundsätzliche Geometrie zu ändern. Vorne an der Aufhängung ist ein kürzerer Lenkhebel verfügbar, der das Verhältnis zwischen Lenkeinschlag und Radeinschlag ändert, und von dem man sich ein besser zu kontrollierendes Auto erhofft.

  • Vorderradaufhängung
    – Verkürzter Lenkhebel
  • Hinterradaufhängung
    – Leichtere Zugstrebe mit mehr Setup-Optionen

Racing Bulls: Hier wird am für Kanada nötigen Paket mit weniger Abtrieb etwas gefeilt, nämlich mit Änderungen an Front- und Heckflügel. Der Heckflügel soll dank umgestaltetem Profil des oberen Elements den gleichen Abtrieb effizienter erzeugen. Der Frontflügel wurde etwas verkleinert, um besser mit dem Heckflügel zusammenzuspielen.

  • Frontflügel
    – verkürzte Sehne und Einfallswinkel für weniger Last
  • Heckflügel
    – Sturz und Einfallswinkel für mehr Effizienz neu profiliert

Sauber: Mit dem High-Downforce-Heckflügel in Monaco hatte Sauber bereits einen Konzeptwechsel beim Heckflügel angekündigt, nämlich hin zu einer einzigen Pylone in der Mitte. In Kanada debütiert nun der neue kleinere Heckflügel mit diesem Design. Wie bei substanzielleren Heckflügel-Updates üblich gibt es auch einen neuen Beam Wing als Komplementärteil.

  • Heckflügel
    – Neues Profil beider Hauptelemente für Highspeed-Strecken
  • Beam Wing
    – Neues Profil für Zusammenspiel mit Heckflügel für Highspeed-Strecken
Heckansicht des Sauber C44 beim Verlassen der Boxengasse in Kanada
Der neue getrimmte Sauber-Heckflügel mit einzelnem Pylonen, Foto: LAT Images

Haas: Nur eine Mini-Anpassung gibt es schließlich noch bei Haas, getrieben durch die niedrigeren Abtriebs-Anforderungen von Montreal. Ein weniger angestellter Frontflügel-Flap ist wenn nötig verfügbar, um weniger Last, aber zugleich mehr Effizienz zu erzielen.

Ohne neue Teile nach Kanada gereist sind Ferrari, Alpine und McLaren. Alle drei haben die nötigen Low-Downforce-Teile und größere Kühlschächte bereits an anderen Punkten in dieser Saison verwendet, und sparen sich sonst beim kurzen Amerika-Gastspiel mitten in der Europa-Saison die Mühe, ausgerechnet hier Updates zu liefern.