Seit Nico Hülkenberg sein Teamkollege bei Haas ist, spielt Kevin Magnussen nur die zweite Geige im US-Team. Der Däne hat auch in der laufenden Saison nur einen Zähler auf dem Konto, während Hülkenberg deren sechs gesammelt hat. Im Qualifying-Duell liegt er mit 2:6 deutlich zurück. Ist es also an der Zeit für ihn, sich Sorgen um seine Formel-1-Zukunft zu machen?

“Ich will nächstes Jahr hier sein und man hat immer diesen zusätzlichen Druck. Denn man weiß, dass es in der Formel 1 nur ein paar schlechte Rennen benötigt, um den eigenen Wert zu schmälern”, so Magnussen. “Man ist immer nur so gut wie sein letztes Rennen”, betonte er vor dem Monaco-GP und fügte hinzu: “Es ist also sehr wichtig, in dieser Zeit zu liefern und zu performen.”

Droht Kevin Magnussen das Formel-1-Aus? Mache mir keinen Stress

In der derzeitigen Phase der Saison arbeitet der F1-Fahrermarkt hinter den Kulissen auf Hochtouren, während ein Fahrer nach dem anderen seine Zukunft absichert. Ein besseres Timing für gute Resultate gibt es also kaum – gute Resultate, von denen Magnussen bislang nur wenige vorweisen kann.

Der F1-Routinier ist sich aber sicher, dass sein Rennstall nicht nur anhand der nackten Zahlen entscheidet, sondern auch die Umstände in Betracht zieht: “Ich denke, dass das Team einiges von diesem Pech, das ich dieses Jahr hatte, durchblicken kann. Ich mache mir also nicht so viel Stress wegen dieser Dinge.”

Magnussen: Wir haben so viel Pech!

Mit diesen unglücklichen Situationen spielt Magnussen unter anderem auf Verkehr im Qualifying an. Als Beispiel führte er das Qualifying in Imola an. Dort kam ihm Oscar Piastri in die Quere, was maßgeblich für sein Q1-Aus verantwortlich war. “Wir müssen zu dem Schluss kommen, dass wir oft in diesem Jahr unser Bestes gegeben haben, aber die Dinge einfach nicht in unsere Richtung gelaufen sind”, ist er überzeugt.

“Inzwischen fühlt es sich wie eine schlechte Ausrede an, deshalb wollen wir nicht immer sagen: ‘Wir hatten so viel Pech.’ Aber in diesem Jahr kämpfen wir viel mit Safety Cars, die für unsere Strategie zur falschen Zeit herauskamen, und mit Verkehr im Qualifying und solchen Dingen”, ist der ehemalige McLaren- und Renault-Fahrer überzeugt.

Das unterscheidet seiner Meinung nach auch die Formel-1-Saison 2024 so deutlich vom Vorjahr: “Ich habe das Gefühl, dass die Pace da ist, wohingegen letztes Jahr die Dinge besser liefen, aber ich im Qualifying einfach nicht die Rundenzeit aus dem Auto herausholen konnte. Dieses Jahr fühlt sich das anders an.”

Haas-Fahrer Kevin Magnussen
Kevin Magnussen beim Monaco-GP, Foto: LAT Images

Nur auf Pech und unglückliche Umstände kann der 31-Jährige seine Ergebnisse in diesem Jahr aber nicht zurückführen. Der als aggressiver Fahrer bekannte Haas-Pilot wurde seinem Ruf mal wieder gerecht. In China und in Miami räumte er jeweils einen Konkurrenten ab und wurde bestraft.

Auch beim Monaco-GP trifft ihn mindestens eine Teilschuld am Startcrash mit Sergio Perez. Dort blieb er aber ohne Strafe. Dazu kam noch eine Reihe an Strafen in Saudi-Arabien und Miami, als er versuchte, seine Position mit Händen und Füßen zu verteidigen. Er steht bei zehn Strafpunkten und ist damit nur zwei Zähler von einer Rennsperre entfernt.

Der Formel-1-Fahrermarkt spitzt sich zu: Haas mit mehreren Optionen

Dass sein derzeitiger Teamkollege Nico Hülkenberg 2025 zu Audi-Sauber wechselt, spielt Magnussens Aussichten auf eine Vertragsverlängerung in die Karten. Der Verbleib bei Haas ist allerdings noch lange nicht fix. Sein Vertrag mit der Mannschaft aus Kannapolis läuft mit dem Ende des Jahres aus.

Ferrari-Junior Oliver Bearman, der 2024 sechs Trainings-Sessions in der Formel 1 bestreitet, gilt als Favorit auf ein Cockpit. Für den zweiten Sitz gibt es neben Magnussen aber noch eine Reihe an Bewerbern, wie Teamchef Ayao Komatsu bestätigte: “Einige derzeitige Formel-1-Fahrer haben Interesse an unserem Team.”

Zu diesen Fahrern zählen beispielsweise wohl die beiden Sauber-Piloten Valtteri Bottas und Zhou Guanyu. Beiden droht in Hinwil das Aus, mindestens einer muss sich also definitiv einen neuen Arbeitsplatz suchen. Auch die beiden Alpine-Fahrer könnten sich aufgrund der Misere ihres derzeitigen Teams schon bei Haas umgeschaut haben.

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