Die Tage von Andy Cowell bei Aston Martin scheinen gezählt. Wie die gut informierten Kollegen von formula.hu und die BBC übereinstimmend berichten, steht der Teamchef und Geschäftsführer des Aston Martin F1 Teams vor dem Aus. Die Liste der potenziellen Nachfolger hat es in sich: Christian Horner und Andreas Seidl werden unter anderem genannt.

Dabei kam Cowell, der ehemalige Mercedes-Motorenchef, erst im Oktober 2024 zu Aston Martin und übernahm das Amt des Teamchefs in diesem Winter von Mike Krack. Meinungsverschiedenheiten und Kompetenzgerangel mit Star-Designer Adrian Newey sollen ausschlaggebend für den bevorstehenden Rauswurf sein.

Horner-Newey-Reunion bei Aston Martin?

Umso überraschender wirkt es, dass Christian Horner mit dem Posten in Verbindung gebracht wird. Newey verließ Red Bull nach rund 20 Jahren Anfang 2025 unter anderem wegen Meinungsverschiedenheiten mit ebenjenem Horner. Nach Horners Rausschmiss bei Red Bull im Juli soll es aber zur Versöhnung der beiden gekommen sein.

Ob eine erneute Zusammenarbeit zwischen Horner und Newey aber nicht die gleichen Probleme aufwerfen würde wie derzeit mit Cowell? Newey ist Aston Martins ganzer Stolz. Der erfolgreichste Designer der Formel-1-Geschichte verdient deutlich mehr als Cowell und hat de facto auch mehr zu sagen. Der 66-Jährige baut derzeit das Ingenieurs-Team nach seinem Gusto um.

Was für Horner spricht: Er wäre verfügbar. Mit Red Bull konnte er sich inzwischen über die genauen Auflösungsmodalitäten seines ursprünglich bis 2030 laufenden Vertrags einigen – und Horner will unbedingt zurück in die Formel 1.

Seidl, Binotto, Whitmarsh: Wer wäre verfügbar?

Horner wäre verfügbar, ist aber offenbar nicht die erste Wahl. Teambesitzer Lawrence Stroll soll die Fühler auch nach Andreas Seidl ausgestreckt haben. Der ist nach seinem Aus bei Sauber in der Formel 1 untergetaucht. Der ehemalige Porsche-Rennleiter war von 2019 bis 2022 McLaren-Teamchef, ehe er Anfang 2023 bei Sauber die Grundlage für den Audi-Einstieg legen sollte.

Seit seinem Ausscheiden in Hinwil nach Audis Neustrukturierung war der Bayer nicht mehr im Fahrerlager zu sehen. Viele Experten sehen in ihm den Architekten des aktuellen McLaren-Höhenflugs. Ob Seidl verfügbar wäre, ist unklar.

Auch dessen Nachfolger Mattia Binotto soll auf Strolls Liste stehen. Der Italiener wurde aber erst in diesem Jahr zum Head of Audi F1 Project befördert. Ein Kandidat steht laut BBC gesichert nicht zu Verfügung: Martin Whitmarsh soll eine Rückkehr ausgeschlossen haben. Der ehemalige McLaren-Teamchef war Cowells Vorgänger als Geschäftsführer beim Formel-1-Team von Aston Martin.

Dass es zum Wechsel an der Spitze kommt, scheint aber klar zu sein. Ein Statement des Teams klingt nicht gerade nach einem Dementi: “Ein Sprecher von Aston Martin erklärte, dass das Team sich nicht auf Gerüchte oder Spekulationen einlassen werde. Der Fokus liegt darauf, die Performance in den verbleibenden Rennen zu maximieren und sich auf 2026 vorzubereiten.”

Sportlich spielt Aston Martin derzeit keine große Rolle in der Formel 1. In Las Vegas sorgte vor allem McLaren für Schlagzeilen – vor allem nach dem Rennen. Christian erklärt euch im Video, was genau los war: