
Die Jännerrallye entfachte ihre Motorsportleidenschaft. Heute brennt sie für die Formel 1, McLaren und Leo Leclerc.MEHR

Oliver Bearman arbeitete sich im Formel-1-Rennen in Katar konstant von Startplatz 13 nach vorne. Direkt in der ersten Runde ging der Rookie an Racing-Bulls-Pilot Liam Lawson vorbei. Durch den Zusammenstoß von Pierre Gasly und Nico Hülkenberg machte er noch zwei weitere Plätze gut und fuhr nach Runde sieben lange Zeit auf Platz zehn. Mit dem zweiten Boxenstopp nahm sein Rennen aber eine tragische Wendung und er musste seinen Boliden in Runde 44 abstellen.
Durch das Safety-Car in Runde sieben fuhren 17 der 20 Piloten an die Box, um sich neue Reifen zu holen – unter ihnen Oliver Bearman. Infolgedessen stand der nächste Boxenstopp für ihn erst wieder in Runde 32 an. Bis dahin lag Bearman auf Punktekurs in den Top-10 und fuhr 1,7 Sekunden hinter Charles Leclerc im Ferrari. In Runde 32 kam der Haas-Pilot für neue harte Reifen an die Box, wie auch 16 weitere der Piloten. Das Problem: Bearman wurde daraufhin von der Rennleitung mit einer 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe belegt.
Boxenstopp bedeutet das Aus für Bearman in Katar
Aber warum wurde gegen ihn eine Strafe verhängt? Seine Boxencrew lieferte einen vermeintlich normalen Pitstop ab und entließ den Rookie wieder auf die Strecke. Der kam jedoch nicht einmal einen Meter weit, bevor sein Auto abrupt stoppte. “Ich habe das grüne Licht bekommen, aber das linke Hinterrad war nicht richtig montiert”, erklärte Bearman den Grund für seine Strafe.
Seinen Frust ließ er danach an seinem Lenkrad aus. Die Rennleitung belegte ihn kurz nachdem er wieder auf die Strecke kam mit einer 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe. Der Grund: Fahren unter “unsicheren Bedingungen”. Sein Rennen war damit gelaufen. “Es ist wirklich schade, weil wir auf einem guten Weg waren. Ich bin sicher, dass wir ohne das Missgeschick heute Punkte gemacht hätten”, meinte Bearman niedergeschlagen. “Wir hatten natürlich Glück mit dem Vorfall am Anfang des Rennens aber auch die Pace, um unsere Position danach halten zu können.”
Ganz nachvollziehen konnte Bearman die Entscheidung der Rennleitung nicht. “Ich denke, es ist klar, dass ein Auto mit drei Reifen nicht weit kommt”, meinte er. “Ich habe noch nicht einmal ganz die Box verlassen, da habe ich schon die Strafe bekommen. Aber es ist egal, das Rennen war sowieso nach dem Stopp vorbei.” Nach dem langen Stopp kam Bearman im Alpine-Sandwich wieder auf die Strecke. Nur noch Pierre Gasly war hinter ihm. Sieben Sekunden vor Bearman lag Gaslys Teamkollege Franco Colapinto. Aus diesem Sandwich konnte er sich nicht mehr nach vorne arbeiten – das Überholen auf dem Lusail International Circuit gilt als fast unmöglich. In Runde 44 wurde der Rookie von seinem Leid erlöst und an die Box geholt. Er verfolgte nach seinem Aus das Rennen an der Boxenmauer und fand zumindest Trost darin, dass seiner Crew bei dem Vorfall nichts passierte.
“Es ist gut, dass alle okay sind”, zeigte er sich erleichtert. “In so einer Situation kann sich schnell jemand einen Finger oder einen Arm brechen, das haben wir alles schon gesehen. Der Fakt, dass keinem was passiert ist und alle wieder einsatzbereit sind, ist wirklich toll.”
Obwohl das Rennen in Katar für ihn nicht nach Plan verlief, kann er dennoch positive Schlüsse für das Saisonfinale in Abu Dhabi ziehen. Die konkurrenzfähige Pace gibt Bearman Hoffnung für das kommende Wochenende. Beim Saisonfinale der Formel 1 möchte der Brite seine Rookie-Saison gebührend mit einer guten Platzierung beenden. Mit bislang 41 WM-Punkten liegt er auf dem 13. Gesamtrang. Seine besten Startpositionen waren zwei achte Plätze in den USA und Brasilien, sein bestes Rennergebnis Platz vier in Mexiko.
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