Williams in der Krise, Sauber hofft auf die ersten Punkte in der Formel 1: Das Qualifying in Barcelona hatte abseits Lando Norris’ zweiter Karriere-Pole einige Überraschungen zu bieten. Zum ersten Mal schafften es beide Sauber-Piloten in Q2. Für Zhou Guanyu war überhaupt zum ersten Mal in dieser Saison (abseits des Sprints in China) nicht im ersten Qualifying-Abschnitt Schluss. Nun sollen beim Spanien-GP endlich die ersten Punkte her.

Valtteri Bottas: Endlich nicht mehr Letzter in der Formel 1

“Ich bin sehr froh, einmal auf P12 anstatt auf P18 oder P17 wie zuletzt zu stehen”, schmunzelte Valtteri Bottas am Samstag in Barcelona. Sein bestes Qualifying-Ergebnis in der bisherigen Saison. “Die Strecke passt besser zu uns, und der neue Heckflügel macht seinen Job. Aber das erklärt nicht alles.”

Technik-Details: Sauber
Der neue Sauber-Heckflügel bringt den gewünschten Performance-Gewinn, Foto: Motorsport-Magazin.com

Schlüssel zum Erfolg war ein sauberes Wochenende. Gutes Start-Set-up, ein bisschen Fine-Tuning, dann mit Selbstvertrauen und einer guten Balance des C44 ins Zeittraining. “Das ist jetzt unsere beste Chance auf Punkte”, erklärt der Finne. Die hat Sauber nötig – als einziges punkteloses Team der Königsklasse. Haas (7), Alpine (5) und Williams mit 2 Punkten lägen theoretisch in Reichweite.

“Wenn wir eine gute Pace und guten Reifenverschleiß hinbekommen, haben wir eine Chance”, hofft Bottas. Vor allem, weil Sauber ihre Boxenstopp-Probleme nun in den Griff bekommen hat. In Australien verhaute dem zehnfachen Grands-Prix-Sieger ein 31,18 Sekunden langer Stopp noch jegliche Chance auf Punkte.

Guanyu Zhou musste damals in Melbourne aufgrund mangelnder Ersatzteile aus der Boxengasse starten. Auch dieses Problem will der Hinwiler Rennstall behoben haben. Der Chinese erhielt in Spanien ein neues Chassis, das ihm das verlorene Vertrauen ins Auto zurückgeben soll. Vorerst mit Erfolg, er startet die 66 Runden auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya von P15 aus.

Zhou Guanyu freut sich: Auto jetzt viel besser kontrollierbar

“Wenn das Auto ausbricht, kann ich das Auto trotzdem kontrollieren. In Monaco oder Montreal war das nicht möglich. Darüber freue ich mich eigentlich mehr als über das Ergebnis”, erklärt der 25-Jährige. Der wirkliche Härtetest folge aber erst bei der holprigeren Strecke in Spielberg nächste Woche.

“Wir freuen uns sehr für Zhou. Nach drei schwierigen Rennen ist er wieder dort, wo er sein sollte”, ist auch Teamrepräsentant Alessandro Alunni Bravi guter Dinge. “Jetzt müssen wir uns auf das Rennen konzentrieren und unseren Job beenden. Wir werden alles tun, um unsere beiden Fahrer in die Position zu bringen, um einen Platz in den Top-10 kämpfen zu können.”

Zhou Guanyus Zukunft ist nach wie vor ungewiss. Ein Sauber-Cockpit ist schon an Nico Hülkenberg vergeben. Hilfe könnte der Noch-Vertragslose von dem chinesischen Autobauer Geely erhalten. Mehr dazu gibt es hier in diesem Artikel.