— 22.11.2020

„Jetzt will ich Hamilton als Teamchef schlagen“

In der Extreme E bringt Nico Rosberg ein eigenes Team an den Start

Extrem ist nicht nur das Konzept der Extreme E. Mit Allrad-Elektro-SUV geht es an Orte, die vom Klimawandel bedroht sind. Extrem wird auch das Duell zweier Teambesitzer: Nico Rosberg und Lewis Hamilton.

Nico Rosberg, Sie kommen als Teamchef  von RXR in der Extreme E zurück in den Motorsport. Wie sehr hat Ihnen der Wettbewerb gefehlt?
Nico Rosberg (35): Ich brauche den Wettbewerb einfach. Das ist das absolut perfekte Projekt für mich, weil es meine Liebe zum Sport mit meinem Anspruch als Unternehmer, gegen den Klimawandel zu kämpfen, verbindet.

Kurioserweise treffen Sie erneut auf Lewis Hamilton, der mit X44 ebenfalls sein Team an den Start bringt.
Genau. Es freut mich ehrlich, dass Lewis mir beim Thema Nachhaltigkeit folgt. Wir haben parallel unsere Teams entwickelt, wussten aber nichts voneinander. Das ist schon mega, weil er die Reichweite hat, um Aufmerksamkeit für die Serie und damit den Kampf gegen den Klimawandel zu schaffen. Und natürlich freue ich mich auf die Fortsetzung unseres Duells in einer neuen Rolle.
„Jetzt will ich Hamilton als Teamchef schlagen“

Auch Lewis Hamilton gründet sein eigenes Extreme-E-Team

©Extreme E

Hamilton ist mittlerweile Rekordsieger der Formel 1, wird wie Mercedes bald zum siebten Mal Weltmeister. Macht Sie das auch stolz?
Generell macht es mich stolz, dass ich ihn im gleichen Auto geschlagen habe. Ich wusste aber schon immer, wie gut er ist. Deshalb sind seine Rekorde keine Überraschung für mich.

Wird Ihr neues Duell ähnlich intensiv wie in der Formel 1?
Klar! Das ist Motorsport, das ist Wettkampf. Nur wird es dieses Mal hoffentlich genauso intensiv neben der Strecke sein – aber im positiven Sinne. Damit wir diesen Wettkampf nutzen können, um Gutes für die Umwelt zu tun.

Aber ist das nicht eigentlich ein Widerspruch? Motorsport und Umweltschutz?
Hier nicht. Die Extreme E verspricht ja, dass wir die Orte besser verlassen, als wir sie vorgefunden haben. Und wir werden auch emissionsfrei Rennen fahren. Die Energie für die Elektromotoren wird mit Wasserstoffgeneratoren vor Ort erzeugt. Die Logistik ist reduziert, weil wir mit einem Schiff reisen, das so auch Greenpeace nutzt.

„Jetzt will ich Hamilton als Teamchef schlagen“

Nico Rosberg wird Teamchef seines eigenem Extreme-E-Tams

©RXR

Die Formel E greift die Formel 1 an, Extreme E die Rallye-WM. Ist E-Mobilität auch im Motorsport die Zukunft? 
Sagen wir so: E-Mobilität hat eine große Zukunft im Motorsport. Nichtsdestotrotz hat der Hybridmotor in der Formel 1 auch noch seine Daseinsberechtigung, besonders mit synthetischen Kraftstoffen kann er sogar CO2-neutral werden. Für die Hersteller wird E-Mobilität aber immer wichtiger – und am Ende bestimmen sie über die Wichtigkeit der Rennserien.

Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus, und was trägt der Motorsport dazu bei? 
Mit Serien wie der Extreme E oder Formel E zeigen wir, wie cool die E-Mobilität ist. In der ferneren Zukunft wird die Mobilität komplett elektrisch sein. Meine Vision ist, dass wir eine App für die komplette Mobilitätskette haben. Mobi­lität auf Abo, sehr viel autonom. Wenn ich zu Ihnen zum Grillabend kommen möchte, bringt mich der Velocopter zum Flughafen. Das Flugzeug fliegt mit Wasserstoff nach Hamburg. Danach nehme ich den E-Scooter oder das autonome Auto bis zur Haustür. Das Ganze für 49,90 Euro, ohne Lärm und Umweltbelastung. Dafür üben wir im Motorsport