Motorsport-Magazin.com – Die Frage nach dem Teamchef hat Ferraris Formel-1-Team für 2019 geklärt. Mattia Binotto übernimmt den Posten von Maurizio Arrivabene, so viel steht fest. Allerdings gibt es bei Ferrari und beim Mutterkonzern Fiat-Chrysler noch gute Chancen auf weitere Personalveränderungen.

Während bei Ferraris Formel-1-Team intern noch offen ist, wer denn eigentlich Binotto als technischen Direktor beerbt, ist Arrivabene auf Jobsuche. Ein Formel-1-Aus ist noch nicht garantiert – womöglich kommt er beim Ferrari-Kunden Sauber unter. Die Ferrari-Umbauten könnten unterdessen noch nicht abgeschlossen sein. Ex-Teamchef Stefano Domenicali wird gar als möglicher Ferrari-CEO ins Spiel gebracht.

Stefano Domenicali zurück zu Ferrari?

Die Gerüchte um Stefano Domenicalis Rückkehr zu Ferrari kommen dann doch überraschend. Musste er sich 2014 doch wegen einer enttäuschenden Saison als Ferraris Formel-1-Teamchef zurückziehen. Doch laut der italienischen “Corriere dello Sport” wäre für Domenicali sogar eine Rückkehr als oberster Boss bei Ferrari möglich – also noch über dem neuen F1-Boss Binotto.

Domenicalis Abgang von Ferrari war damals darauf zurückzuführen, dass das Team unter ihm katastrophal an den neuen Turbo-Hybrid-Motoren gescheitert war. Nur vierte Kraft hinter Mercedes, Red Bull und Williams, das war nicht akzeptabel. Schon kurz nach Saisonbeginn war Domenicali weg vom Teamchef-Posten. Zuvor hatte er mit Felipe Massa und Fernando Alonso mehrmals die Fahrer-WM verpasst.

Nach dem Ferrari-Aus revitalisierte Domenicali seine Karriere aber schnell. Er heuerte beim Volkswagen-Konzern an, zuerst bei Audi. 2016 wechselte er dann zur Konzernschwester Lamborghini, und feierte dort als CEO Erfolge. Für den CEO-Posten bei Ferrari durchaus ein Empfehlungsschreiben.

Laut den italienischen Medien wäre besonders John Elkann, der nach dem Tod von Sergio Marchionne als Präsident bei Ferrari und beim Fiat-Chrysler-Konzern übernahm, an Domenicali als Ferrari-CEO interessiert. Momentan hält den Posten noch Louis Camilleri – er wurde von Elkann kurz nach Marchionnes Tod an die Ferrari-Spitze gesetzt.

Anders klingt es allerdings bei Piero Ferrari, Sohn von Firmengründer Enzo Ferrari und gegenwärtig Anteilseigner des Unternehmens. In der “Gazzetta dello Sport” mahnt er, bezüglich des aktuellen CEOs Camilleri noch bedächtig vorzugehen: “Ich sage, es ist notwendig, ihm genug Zeit zu geben. Zweifelsohne ist sein Stil ganz anders als der von Marchionne, der wirklich einzigartig und unnachahmlich war.”

Arrivabene auf Job-Suche: Sauber, Juventus Turin Kandidaten

Während die Personalrochade bei Ferrari möglicherweise weitergeht, sucht Ex-Teamchef Maurizio Arrivabene einen neuen Job. Die italienischen Medien bringen ihn da gleich mit mehreren in Verbindung. Zuerst sollte er Kandidat für einen Job beim Fußballklub Juventus Turin sein, jetzt kommt auch die Möglichkeit eines Postens beim Formel-1-Team Sauber hinzu.

Bei Juventus Turin hat Arrivabene schon Erfahrung. Seit 2012 sitzt er dort im Aufsichtsrat – schließlich gehört auch der Fußballklub dem Fiat-Chrysler-Konzern. Der Geschäftsführer-Posten wurde dort vor kurzem frei, und bei Fiat-Chrysler soll Arrivabene auch noch nicht in Ungnade gefallen sein. Den Ferrari-Posten musste er wohl zu einem großen Teil deshalb verlassen, damit Technikchef Mattia Binotto sicher bei der Scuderia bleibt.

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Am Donnerstag kamen aus Italien schließlich noch Berichte, dass Arrivabene bei Sauber für eine Führungsposition gehandelt werde. Nicht als Teamchef, diese Position dürfte bei Frederic Vasseur bleiben. Arrivabene könne sich aber Chancen auf einen Posten als Verbindungsmann zwischen Sauber und deren Partner Alfa Romeo ausrechen, heißt es.

Und ja – auch Alfa Romeo gehört dem Fiat-Chrysler-Konzern. Arrivabenes Karriere als Ferrari-Teamchef mag vorbei sein, doch seine Karriere im Mutterkonzern dürfte demnach weitergehen.