In der Formel 1 stehen 2024 sechs Sprint-Rennen auf dem Plan. Bislang war aber noch unbekannt, in welches Format die Kurzrennen am Samstag gegossen werden. Am 5. Februar wurde nur bekanntgegeben, dass der Wochenend-Zeitplan erneut umgekrempelt wird. Die weiteren Details zum Sprint sollten erst bei der Sitzung des Motorsport-Weltrates (WMSC) am 28. Februar bekanntgegeben werden.

Doch im Rahmen der Formel-1-Präsentation von Ferrari wurden nun diese Details zu den Sprint-Rennen doch ausgeplaudert, und zwar von Sportdirektor Diego Ioverno. Der Italiener erklärte die neuen Regeln zu den bedeutendsten Veränderungen im sportlichen Reglement für die kommende Saison.

Zweimal Parc Ferme: Das sind die neuen Sprint-Regeln

Einerseits thematisierte er damit den bereits bekannten Teil des neuen Sprint-Formats. 2024 wird das Sprint-Qualifying am Freitag über die Bühne gehen und der Sprint selbst bereits am Samstagvormittag, ehe das ‘echte’ Qualifying am Samstagnachmittag abgehalten wird.

Andererseits aber auch die bisher nicht öffentlich bekannten Parc-Ferme-Regeln. Demnach wird es 2024 an jedem Rennwochenende zwei verschiedene Parc-Ferme-Zeiträume geben, in denen keine Veränderungen am Setup der Fahrzeuge vorgenommen werden können. Zunächst einmal wird das Setup mit dem Beginn des Sprint-Qualifyings eingefroren und darf bis zum Sprint am Samstagvormittag nicht mehr verändert werden.

Nach dem Sprint öffnet sich Parc Ferme allerdings wieder und die Teams haben die Freiheit Arbeiten an ihren Fahrzeugen vorzunehmen. Erst mit dem Qualifying am Nachmittag sind dann Setup-Änderungen wieder verboten. Im alten Zeitplan begann Parc Ferme für das gesamte Wochenende bereits am Freitag mit dem Qualifying.

Für das restliche GP-Wochenende war das Setup eingefroren. Wer also im 60-minütigen Training am Freitag die Abstimmung nicht richtig erwischte, blieb für das restliche Wochenende darauf sitzen. Alternativ blieb nur der Start aus der Boxengasse. Alpine musste beispielsweise 2023 beim Aserbaidschan-GP sein Setup ändern und aus der Box starten, da man nach dem Qualifying feststellte, dass die Planke am Unterboden mit dem ursprünglichen Setup zu stark abgenutzt worden wäre.

Häufig wurde das Parc-Ferme-Problem auch für die Disqualifikationen von Lewis Hamilton und Charles Leclerc im Vorjahr in Austin verantwortlich gemacht. Beide wiesen nach Rennende eine zu starke Abnutzung am Unterboden auf. Genauso wie in Baku war auch beim USA-GP aufgrund des Sprint-Wochenendes das Setupfenster bereits am Freitag geschlossen.

Neue Reifenverteilung: Mehr Intermediates, weniger Regenreifen

Doch nicht nur was den Sprint angeht, förderte der Ferrari-Mann neue Regeln zutage. Auch die Reifenverteilung ändert sich in diesem Jahr – jedenfalls jene der Regen-Pneus. In der Vergangenheit standen den Teams an jedem Wochenende vier Intermediate-Sätze und drei Regen-Reifensätze zur Verfügung. 2024 sind es fünf Intermediates und nur zweimal die Full-Wets.

Die Änderung wurde bei der letzten Sitzung der F1-Commission beschlossen, allerdings in der Mitteilung der FIA nicht ausdrücklich erwähnt. Stattdessen versteckte sie sich wohl unter der Formulierung, dass “weitere kleinere Änderungen des technischen, sportlichen und finanziellen Reglements 2024 von der Kommission genehmigt wurden.” Eine aktualisierte Version des entsprechenden Regelwerkes des Weltverbandes ist noch nicht verfügbar.