„Ist das der Geist moderner Menschen?“

Sophia Flörsch kritisiert die Formel 1 und speziell Ferrari dafür, dass Frauen weiter als Marketing-Werkzeuge herhalten müssen

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto hat den Unmut von Deutschlands schnellster Rennfahrerin Sophia Flörsch auf sich gezogen. So sehr, dass die Münchnerin seine Aussagen auf Twitter offen kritisiert. Flörsch retweetete einen Artikel der Formel 1, wo Binotto sich für Frauen ausspricht.

„Wir bei Ferrari müssen nach der nächsten Generation Ausschau halten“, sagt der Italiener da. „Dabei sieht sich die Akademie für die Zukunft auch nach Frauen um. Frauen sollen Teil der Ferrari-Akademie sein.“
„Ist das der Geist moderner Menschen?“

Sophia Flörsch kritisiert die Formel 1 und Ferrari

Flörsch stößt so ein Satz bitter auf. „Was für eine Diskussion“, schreibt sie. „Ist das der Geist moderner Menschen? Solange wir nur Marketing-Zeug sind, wird sich im Rennsport nichts ändern. Wir müssen zeigen, dass wir gleich sind. Wie Michele Mouton.“

Die Französin hatte in der Rallye-WM auf Augenhöhe u.a. gegen Walter Röhrl gekämpft.

Flörsch kämpft seit Jahren für eine Gleichberechtigung von Frauen im Motorsport. Auch die W-Series, in der Frauen nur gegen Frauen fahren, kritisiert sie offen.

Wo die Deutsche 2020 fährt, steht noch nicht fest. Ihr Ziel: die FIA Formel-3-Meisterschaft. Ihr letztjähriges Team HWA hatte zuletzt allerdings einen Kader ohne Flörsch verkündet. An Bord sind derzeit: Enzo Fittipaldi (Enkel von Ex-F1-Weltmeister Emerson Fittipaldi), Jack Doohan (Sohn von Motorrad-Legende Mick Doohan) und Jake Hughes (GB).
Ein anderer Erfolg ist Flörsch indes sicher: Mit ihrer Rückkehr nach Macao 2019 hat sie sich einen nach ihrem schweren Unfall ein Jahr zuvor Traum erfüllt und wurde dafür für den Laureus „World Sport Award Comeback of the year“ nominiert.