Die FIA-Stewards greifen ab sofort härter durch, wenn die Formel-1-Fahrer auf der Strecke zu Selbstjustiz greifen. Das Thema kam beim Teammanager-Meeting zum Österreich GP auf den Tisch, weil einige Rennställe nach den Vorkommnissen im 3. Freien Training zum Spanien GP die Urteile für deutlich zu mild hielten.

Trotz Absicht keine Strafe: Ab dem Österreich GP nicht mehr

Dort mussten sich Charles Leclerc und Lance Stroll für zwei sehr ähnliche Fälle verantworten. Weil Stroll mit der Fahrweise von Lewis Hamilton nicht einverstanden war und sich auf seiner schnellen Runde behindert fühlte, brach der Kanadier seine Runde ab und fuhr anschließend fast Hamilton ins Auto.

Ähnlich bei Leclerc: Der Ferrari-Pilot fühlte sich von Lando Norris behindert, brach seine Runde ab und fuhr aus Trotz dem Briten direkt vors Auto. Die beiden kollidierten sogar leicht, der McLaren-Frontflügel nahm Schaden.

Sowohl Stroll als auch Leclerc kamen mit Verwarnungen davon, obwohl eigentlich kein Zweifel daran bestand, dass beide mit Absicht handelten. Beide gaben zu, ob der Behinderung verärgert gewesen zu sein. Stroll gab sogar zu, dass er sich deshalb absichtlich immer weiter nach außen in Richtung Hamilton tragen ließ.

Die Stewards untersuchen Fälle, in denen Piloten behindert werden, ohnehin nach den Sessions. Einen Grund für Selbstjustiz gibt es folglich gar nicht. Um den Revanche-Fouls einen Riegel vorzuschieben, wird es ab sofort nicht mehr mit Verwarnungen getan sein. Die betroffenen Fahrer müssen mit Strafversetzungen rechnen.

Erste Fälle schon dieses Wochenende?

Das Risiko, dass die neue Regel schon in Österreich Anwendung findet, ist durchaus gegeben. Auf dem lediglich 4,318 Kilometer langen Kurs werden die kürzesten Rundenzeiten der gesamten Formel-1-Saison gefahren. Entsprechend viel Probleme gibt es mit dem Verkehr. Im Sprint Qualifying heute hielten sich die Probleme in Grenzen, morgen findet nach dem Sprint aber noch das Qualifying für den Grand Prix statt.

Weil das Strafmaß im Ermessen der Stewards liegt, handelt es sich nicht um eine Regeländerung. Dafür gibt es Richtlinien, aber kein Reglement. Deshalb kann die Änderung auf dem kurzen Dienstweg, also mittels Absprachen durchgesetzt werden. Die Teams unterstützen den Plan.