Die Teamduelle nach dem Kanada GP der Formel 1: Nach jedem Rennen liefert Motorsport-Magazin.com 2022 wieder den Statistik-Vergleich zwischen allen Teamkollegen. Wer gibt im Qualifying den Ton an, wer ist im Rennen stärker? Alle Teamduelle aufgeschlüsselt.
Für die Berechnung des durchschnittlichen Rückstandes im Qualifying wird das letzte gemeinsame Segment herangezogen.

Das Red-Bull-Duell Verstappen vs. Perez in Kanada -
Das Red-Bull-Duell Verstappen vs. Perez in Kanada –Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

Red Bull:
Max Verstappen blieb das ganze Wochenende makellos, die Krönung waren eine dominante Regen-Pole und ein perfekter Schluss-Stint zum Absichern des Sieges im Rennen. Sergio Perez hatte im Regen zu kämpfen und baute einen selbstverschuldeten Unfall obendrauf. Er startete danach zwar passabel ins Rennen, doch eine mögliche Aufholjagd endete nach nicht einmal 10 Runden mit einem Getriebeschaden.

Das Ferrari-Duell Leclerc vs. Sainz in Kanada -
Das Ferrari-Duell Leclerc vs. Sainz in Kanada –Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

Ferrari:
Charles Leclerc wusste von vornherein, dass er aufgrund von Motorstrafen aus der letzten Reihe starten würde, und nahm daher nie ernsthaft am Qualifying teil. (* Das Qualifying wird für die Statistik nicht gezählt.) Auch, weil er sich auf das Renn-Trockensetup konzentrierte, doch der Sonntag war enttäuschend, die Aufholjagd zäh. Mehrere DRS-Züge und fehlende Traktion bremsten ihn aus. Carlos Sainz überfuhr das Auto im Qualifying in der fehlgeleiteten Annahme, um die Pole mitzukämpfen, und lag deshalb im Rennen trotz besserer Ferrari-Pace immer einen halben Schritt hinter dem Sieg.

Das Mercedes-Duell Hamilton vs. Russell in Kanada -
Das Mercedes-Duell Hamilton vs. Russell in Kanada –Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

Mercedes:
Lewis Hamilton musste in Kanada weiter Setup-Tests fahren, was ihm den ganzen Freitag kostete, wo er mit letztlich unfahrbaren Low-Downforce-Tests beschäftigt war. Das hielt ihn nicht davon ab, im Regen-Qualifying auf P4 zu fahren und trotz fehlender Trocken-Kilometer am Sonntag das Podium zu holen. George Russell setzte auf mehr Abtrieb und war im Regen trotzdem nicht viel schneller. Ein von ihm initiierter Slick-Poker war keine gute Idee, im Rennen rettete er Platz vier.

Das Alpine-Duell Alonso vs. Ocon in Kanada -
Das Alpine-Duell Alonso vs. Ocon in Kanada –Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

Alpine:
Fernando Alonso zog im Regen-Qualifying eine große Show ab, schon die ganzen Trainings davor war er in Top-Form unterwegs gewesen. Ein Motorproblem ruinierte seinen Kampf ums Podium, eine Zeitstrafe für eine aggressive Abwehr Valtteri Bottas’ warf ihn auf P9 zurück. Esteban Ocon beklagte im Qualifying ungewöhnlich niedrigen Heck-Grip, fuhr im Rennen aber dann ohne Probleme und bemühte sich am Ende auch noch, als DRS-Geber Alonso vor den Alfa Romeos zu halten.

Das Alfa-Romeo-Duell Bottas vs. Zhou in Kanada -
Das Alfa-Romeo-Duell Bottas vs. Zhou in Kanada –Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

Alfa Romeo:
Valtteri Bottas machte im Regen-Qualifying einen kleinen Fehler und begann seine letzte Runde zu einem schlechten Zeitpunkt, hatte sich aber bei den Bedingungen nie so leicht getan. Dafür exekutierte er im Rennen die inverse Hard-Medium-Strategie mit starker Pace und etwas Safety-Car-Glück. Guanyu Zhou landete deshalb hinter ihm, obwohl er mit einem starken Regen-Quali hatte glänzen können. Sein Rennen wurde dadurch ausgebremst, dass er nach seinem Boxenstopp lange hinter dem noch auf den Startreifen fahrenden Lance Stroll feststeckte.

Das Aston-Martin-Duell Vettel vs. Stroll in Kanada -
Das Aston-Martin-Duell Vettel vs. Stroll in Kanada –Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

Aston Martin:
Sebastian Vettel schien nach starken Trainings im Trockenen und im Nassen auf Kurs zu einem Top-Ergebnis, doch im Qualifying war der Grip verschwunden. Aus den Untiefen des Feldes kommend fuhr er im Rennen eine bizarre Strategie mit zwei frühen Boxenstopps, welche durch die VSCs sinnlos wurde. Lance Stroll musste er am Ende vorbeilassen. Stroll fuhr ein passables Rennen, war aber das ganze Wochenende der langsamere Aston Martin.

Das McLaren-Duell Norris vs. Ricciardo in Kanada -
Das McLaren-Duell Norris vs. Ricciardo in Kanada –Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

McLaren:
Lando Norris verabschiedete sich mit Motorproblem aus dem Qualifying (* das wird für die Statistik nicht gezählt) und musste das Rennen mit einem schwachen McLaren vom Ende der DRS-Züge aufnehmen. Ein verplanter Boxenstopp besiegelte das schwarze Wochenende. Auch Daniel Ricciardo konnte mit der schwachen McLaren-Pace nichts ausrichten und in den DRS-Zügen höchstens mitschwimmen.

Das Williams-Duell Albon vs. Latifi in Kanada -
Das Williams-Duell Albon vs. Latifi in Kanada –Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

Williams:
Alex Albon brachte den unterlegenen Williams dank Regen etwas weiter nach vorne in die Startaufstellung als erwartet, konnte den Platz jedoch gegen schnellere Autos unmöglich verteidigen. Nicholas Latifi war das ganze Wochenende unterlegen am Ende des Feldes unterwegs, und kann nicht verstehen, wie er in jeder Kurve und in jeder Situation langsamer ist als der Teamkollege.

Das AlphaTauri-Duell Gasly vs. Tsunoda in Kanada -
Das AlphaTauri-Duell Gasly vs. Tsunoda in Kanada –Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

AlphaTauri:
Pierre Gasly war im Qualifying nirgendwo und sich sicher, dass am Auto irgendwo was kaputt gewesen sein musste, während Yuki Tsunoda aufgrund einer Motorstrafe nicht einmal ernsthaft mitfuhr. (* Das Qualifying wird für die Statistik nicht gezählt.) Das Rennen war für beide vom Start weg schwierig. Gasly kam kaum nach vorne, Tsunoda schoss sich mit einem üblen Eigenfehler, einem Verbremser beim Verlassen der Box, selbst ins Aus.

Das Haas-Duell Schumacher vs. Magnussen in Kanada -
Das Haas-Duell Schumacher vs. Magnussen in Kanada –Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

Haas:
Mick Schumacher steht seit Wochen unter immensem Druck, schien das am verregneten Samstag aber zu vergessen und legte eine saubere Performance hin. Nicht ganz perfekt, Kevin Magnussen war am Ende schneller, doch er vergab wieder eine Punkte-Chance mit einem aggressiven Start-Manöver. Die Rennleitung zwang ihn zum Reparatur-Stopp, danach ließ ihn Haas für 63 Runden auf Hard-Reifen draußen. Schumacher hingegen war bestens platziert, dann ging das Auto kaputt.