
Italiener auf dem Papier, Österreicher im Herzen. Die meiste Zeit mit der Formel 1 beschäftigt, aber gerne auch mal bei anderen Rennserien in Aktion.MEHR

Max Verstappen gewinnt den Großen Preis von Katar und hält damit seine WM-Chancen weiter am Leben. Allerdings vor allem dank eines kapitalen Strategie-Fehlers von McLaren, die die perfekte Gelegenheit in Form einer Safety-Car-Phase in Runde 7 verpassen, um an die Box zu fahren. Der Rest des Feldes nutzt diese Chance. Verstappen kann damit einen lockeren Sieg vor Piastri einfahren, während Norris nur auf P4 landet. Die WM-Entscheidung fällt damit erst beim Finale in Abu Dhabi.
Das Ergebnis: Verstappen überquerte die Ziellinie mit 7,995 Sekunden Vorsprung vor Oscar Piastri. Carlos Sainz war nach einem guten Start ebenfalls Nutznießer der verpatzten McLaren-Strategie und landete auf dem dritten Rang. Lando Norris kam nur auf der vierten Position ins Ziel, da Kimi Antonelli auf der letzten Runde einen Fahrfehler beging und nur Fünfter wurde.
Da Fernando Alonso mit einem Dreher die sechste Position herschenkte und Isack Hadjar einen Reifenschaden erlitt, landete George Russell auf Rang 6. Alonso wurde immerhin noch Siebter. Charles Leclerc, Liam Lawson und Yuki Tsunoda rundeten die Punktepositionen ab. Lewis Hamilton wurde nur Zwölfter. Nico Hülkenberg schied nach einer frühen Kollision mit Pierre Gasly aus.
Die Highlights vom Formel-1-Rennen in Katar
- Verstappen gewinnt dank Boxenstopp unter Safety Car
- McLaren verschenkt Sieg durch Strategie-Fehler
- Hülkenberg nach Kollision mit Gasly raus
- Russell versinkt nach schlechtem Start im Mittelfeld
- Antonelli verliert P4 auf der letzten Runde an Norris
- Alonso verschenkt P6 mit Dreher
- Hadjar erleidet Reifenschaden
Formel 1, WM-Stand: Grande Finale in Abu Dhabi fix
Der WM-Stand: Max Verstappen kam durch seinen siebten Saisonsieg bis auf zwölf Punkte in der Fahrer-WM an Lando Norris heran. Oscar Piastri konnte seinerseits den Rückstand bis auf 16 Zähler verringern. Damit reisen alle drei Titelkandidaten noch mit intakten WM-Chancen zum Saisonfinale. Carlos Sainz machte durch sein zweites Saisonpodium einen Sprung auf den neunten Platz in der WM.
Hülkenberg-Crash sorgt für frühe Strategie-Gewissheit
Oscar Piastri verteidigte am Start seine Führung, Verstappen kam von P3 aber besser weg als Norris und ging vor der ersten Kurve an dem WM-Führenden vorbei. Dahinter schnappte sich Kimi Antonelli seinen Mercedes-Teamkollegen Russell auf den ersten Metern, der seinerseits sogar bis auf die achte Position hinter Carlos Sainz und Alonso zurückfiel.
Auf den folgenden Runden passierte im vorderen Feld nicht viel. In Runde 7 versuchte Hülkenberg in Kurve 1 außen an Gasly vorbeizugehen, der nach einem Kiesbett-Ausflug früh im Rennen einen Unterboden-Schaden mit sich herumtrug. Der Alpine untersteuerte in den Sauber und warf Hülkenberg aus dem Rennen. Ein Safety Car war die Folge.
Da es ausgerechnet in der siebten Runde passiert war, öffnete das dem gesamten Feld die Chance den ersten der beiden Pflicht-Boxenstopps abzuspulen. Von dieser Möglichkeit machten auch alle Gebrauch außer die beiden McLaren-Fahrer. Piastri und Norris blieben auf der Strecke und lagen nun auf 1 und 2, da aber das gesamte restliche Feld gestoppt hatte, waren sie faktisch einen Boxenstopp im Rückstand.
So waren die Strategien quasi in Stein gemeißelt, da nun alle auf einen zweiten Stopp in Runde 32 gebucht waren. McLaren hingegen musste an der Spitze richtig Pace machen, um sich den Boxenstopp rauszufahren. Im folgenden Stint taten Piastri und Norris das auch und fuhren teilweise bis zu eine Sekunde schneller als Verstappen, im Schnitt aber deutlich darunter.
McLaren-Gamble geht nicht auf
Die Lücke ging vor allem zu Alonso auf P6 rapide auf, der Aston Martin hielt einen Zug an Fahrern hinter sich. In Runde 24 bog Piastri an die Box ab, um einen Double-Stack zu vermeiden. Er kam in einer größeren Lücke zwischen Antonelli und Alonso wieder auf die Strecke. Norris stoppte eine Runde später und kam auch dank eines blitzschnellen 2,2-Sekunden-Stopps direkt vor Alonso wieder heraus. Damit lagen sie auf P4 und P5. Verstappen führte unterdessen mit bereits 15 Sekunden Guthaben auf Sainz.
In Runde 30 überholte Piastri in Kurve 1 Kimi Antonelli und schnappte sich damit P3. Sainz konnte er in diesem Stint aber nicht mehr überholen und auch Norris ging die Zeit aus, um vor dem zweiten Stopp ein Manöver gegen Antonelli zu unternehmen.
In Runde 32 kam wie nicht anders möglich der zweite Stopp für den Großteil des Feldes. Dabei gab es mehrere haarige Situationen. Bearman fiel beim Versuch des Losfahrens ein Rad ab, gegen ihn wurde genauso wie gegen Tsunoda eine Untersuchung für einen potenziellen Unsafe Release eingeleitet. Bearman erhielt später eine Stopp-and-Go-Strafe von 10 Sekunden. Kurz nach dem Absitzen stellte er ab.
McLaren bekam damit wieder die Track Position und versuchte sich erneut an der Flucht nach vorne. Das funktionierte bei Piastri besser als bei dem WM-Führenden. Norris kam in Kurve 14 leicht neben die Strecke und hatte einen massiven Quersteher. Er funkte anschließend an die Box, dass man einen möglichen Schaden am Unterboden prüfen möge.
Lando Norris scheitert an Antonelli
In der Folge entwickelte sich ein Fernkampf zwischen Norris, der sichtbar etwas an Pace einbüßte, und dem Duo Sainz/Antonelli, deren Rückstand rund um seine Boxenstopp-Delta-Zeit lag. Piastri stoppte in der 42. Runde und kam in der großen Lücke zwischen Verstappen und Sainz auf die Strecke mit dem Ziel zu Verstappen aufzuschließen.
Der Red-Bull-Pilot kam locker in das DRS-Fenster von Norris, aber konnte keine Attacke setzen. Norris kam in Runde 44 an die Box und überließ damit die Führung dem Vierfach-Weltmeister. Der Brite kam nur auf P5 hinter Antonelli wieder auf die Strecke. Fernando Alonso schenkte mit einem Dreher in Runde 42 seinen sechsten Platz her, Hadjar und Russell gingen vorbei. Der Asturier blieb aber immerhin auf der vorerst achten Position.
In den letzten zehn Runden hatte Norris zu Antonelli aufgeschlossen und hielt sich im DRS-Fenster des Italieners. Carlos Sainz klagte unterdessen über einen potenziellen Schaden am Unterboden und musste deshalb seinerseits um das Podium zittern. Er brachte aber den dritten Platz über die Linie. Im Gegensatz zu Antonelli, der nach einem Fahrfehler auf der letzten Runde den vierten Rang an Norris verlor. Bei Red Bull witterte man schon ein strategisches Spielchen durch den Motor-Lieferanten.
Auf der vorletzten Runde erlitt Hadjar einen Reifenschaden und fiel dadurch von P6 bis ans Ende des Feldes zurück. Alonso, Leclerc, Lawson und Tsunoda profitierten davon und rückten jeweils eine Position nach vorne.
© Motorsport-Magazin

diese Formel 1 Nachricht