Williams hat sich entschieden: Nach der Formel-1-Saison 2022 wird man auf die Dienste und die Millionen von Nicholas Latifi verzichten. Der Rennstall gab am Freitag via Pressemitteilung bekannt, dass man den 2022 auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird.

Latifi stand zuletzt vermehrt in der Kritik, weil er beim vergangenen Rennwochenende von Ersatzfahrer Nyck de Vries sportlich in den Schatten gestellt wurde. Der junge Niederländer schlug Latifi nach nur einer Trainingssitzung in der Qualifikation und holte bei seinem Renndebüt Punkte, während der erfahrene Teamkollege 15. wurde.

“Auch wenn wir nicht die Ergebnisse erreicht haben, die wir anvisiert hatten, war es dennoch eine fantastische Reise”, so Latifi in der Pressemitteilung. “Ich werde niemals vergessen, wie ich in Ungarn letztes Jahr meine ersten Punkte geholt habe und werde das nächste Kapitel meiner Karriere mit speziellen Erinnerungen an dieses Team aufschlagen.”

In Latifis Formel-1-Karriere gibt es allerdings mehr Schatten als Licht. Mit einem zweistelligen Millionenbetrag im Rücken schaffte er 2020 den Aufstieg in die Königsklasse. Bei 66 GP-Starts holte er insgesamt nur sieben WM-Punkte. 2022 ist er der einzige Stammfahrer, der noch keinen Punkt einfahren konnte.

Beim Saisonfinale 2021 in Abu Dhabi löste er mit einem Unfall die Safety-Car-Phase aus, die Max Verstappen letztlich zum Weltmeister machte. Infolgedessen erhielt der Kanadier in den sozialen Medien sogar Morddrohungen.

Mick Schumacher Nachfolger von Nicholas Latifi?

“Ich möchte mich im Namen des gesamten Teams für seine drei Jahre harte Arbeit mit Williams bedanken”, so Teamchef Jost Capito. “Unsere Zeit geht jetzt zu Ende, aber ich weiß, dass er für den Rest der Saison noch vollen Einsatz zeigen wird. Wir wünschen ihm für die Zukunft das Beste – im und außerhalb des Cockpits.”

Einen Nachfolger will Williams zu gegebener Zeit bekanntgeben. Nyck de Vries, der bei seinem kurzfristigen Einsatz in Monza überzeugen konnte, ist ein Kandidat – steht inzwischen aber bei AlphaTauri hoch im Kurs. Williams-Junior Logan Sargeant und Mick Schumacher haben ebenfalls Chancen, 2023 an der Seite von Alexander Albon zu fahren.