Die Formel E elektrisiert Deutschland! Am Samstag und Sonntag stromert die Elektroformel schon zum achten Mal über den ehemaligen Flughafen Berlin-Tempelhof. An den Steuern der maximal 335 PS starken Elektroflitzer drehen auch diverse Ex-Formel-1-Stars, darunter Porsche-Pilot Pascal Wehrlein, Mercedes-Tabellenführer Stoffel Vandoorne und Doppel-Champion Jean-Eric Vergne.
Der Franzose fährt einen Elektro-Renner von DS-Techeetah und ist für seine markigen Aussagen bekannt. Am Rande des ePrix in Berlin fordert er nun Formel-1-Weltmeister Max Verstappen zum Formel-E-Duell. Vergne auf Nachfrage: „Wenn ich in der Formel 1 gegen ihn fahren würde – ich bin ganz ehrlich –, würde ich ihn nicht schlagen können. Er fährt dort auf dem Höhepunkt seines Könnens. In der Formel E wäre er aber nicht derart unschlagbar, da wette ich drauf.“
Vergne kommt aus der gleichen Nachwuchsschmiede wie Verstappen, absolvierte seine Ausbildung im Red Bull-Juniorteam, fuhr bei Toro Rosso gegen Daniel Ricciardo und verpasste damals denkbar knapp den Sprung in den Red Bull. Deshalb weiß er: Verstappen fährt in seinem rund 1000 PS starken Formel-1-Renner auf einem anderen Level.

DS-Pilot Jean-Eric Vergne wettet, dass Verstappen in der Formel E nicht vorneweg fährt.


In der Elektroformel zählen aber noch andere Dinge als pures Talent und Fahrzeugbeherrschung, die Rennwagen fahren alle auf einem ähnlichen Niveau. „Wir sind zwar langsamer in den Kurven, aber wir kämpfen viel mehr mit dem Auto“, erklärt Vergne gegenüber Auto Bild. „Es ist extrem herausfordernd, diese Fahrzeuge am Limit zu bewegen. Auch deshalb, weil wir während des Rennens so viel Energie sparen wie möglich, daneben noch mit den anderen Jungs Rad an Rad kämpfen. Du bist im Kopf deshalb viel aktiver als in der Formel 1. Das ist, als würde man während des Fahrens Schach spielen.“

Als er 2014 aus der Formel 1 flog, war der Franzose am Boden zerstört. Mittlerweile hat er seinen Weg in der Formel E gemacht, war zwischenzeitlich sogar Teilhaber des Techeetah-Teams. „Es fühlt sich gut an, in der Formel E zu sein“, betont er. „Wir sind Botschafter der E-Mobilität. Indem wir in den Herzen der Städte fahren, zeigen wir, dass man mit E-Autos mittlerweile sehr viel machen kann – eben auch zur Arbeit zu fahren und mittlerweile sogar weite Strecken zurücklegen. Wir fahren nicht nur Rennen, wir werben für eine neue Art der Mobilität. Das ist wichtig, denn es ist die Zukunft.“

Für Vergne ist die Formel-E-WM deshalb sogar attraktiver als die Formel 1. „In 20 Jahren werden wir keine Benzinautos mehr in den Städten sehen“, erklärt er. „In einigen Städten kommt das sogar noch früher. Es ist der Weg, den wir gehen müssen. Und die Hersteller müssen die besten Autos dafür bauen. Motorsport wird wieder ein Labor. Die Formel 1 ist das nicht mehr. Nennen Sie mir ein normales Auto, das mit demselben Antrieb fährt wie die Formel 1. Wenn es solche Sportwagen überhaupt gibt, kosten die mehr als 300.000 Euro. Wer soll solche Autos kaufen? Die Formel E ist viel relevanter, denn hier entwickeln wir die Autos von morgen.“

Zu sehen am Wochenende auf dem Tempelhofer Feld und jeweils ab 14.30 Uhr live auf ProSieben.