Die nächste Personalneuigkeit bei Alpine: Jack Doohan ersetzt im ersten Freien Training des Kanada-GPs an diesem Wochenende Stammfahrer Esteban Ocon. Das französische Werksteam erfüllt damit den ersten von zwei vorgeschriebenen Pflichteinsätzen eines Rookie-Fahrers in einer FP1-Session in der Saison 2024.

Für Doohan ist es bereits die fünfte Teilnahme an einem ersten Freien Training in der Formel 1. Der Australier bestritt schon 2022 und 2023 die beiden verpflichtenden Rookie-Trainings für das Renault-Werksteam. In diesen beiden Jahren griff Doohan zudem bei den Testfahrten nach Saisonabschluss in Abu Dhabi für Alpine ans Lenkrad.

Doohan: Per Trainings-Einsatz zum Stammcockpit 2025?

Der Trainings-Einsatz von Doohan folgt gerade einmal wenige Tage, nachdem Alpine offiziell den Abschied von Esteban Ocon zum Ende des Jahres 2024 bekanntgegeben hatte. Zuvor war Ocon beim letzten Rennen in Monaco mit Teamkollege Pierre Gasly kollidiert, woraufhin Teamchef Bruno Famin Konsequenzen angekündigt hatte.

Zuweilen stand dabei sogar eine temporäre Zwangspause Ocons zugunsten Doohans im Raum, wie sie etwa Christian Danner im ‘AvD Motorsport-Magazin’ gefordert hatte. Dazu wird es in Kanada zwar nicht kommen, dennoch gilt Doohan für 2025 als ein Kandidat auf das freigewordene Ocon-Cockpit. Mit guten Trainings-Leistungen könnte sich der 21-Jährige, aktuell Reserve- und Simulator-Fahrer bei Alpine, weiter für eine Beförderung empfehlen.

Fliegt Ocon raus? Danner: Alpine sollte ihn ein Rennen sperren! (29:43 Min.)

Trainings-Einsatz bei Alpine deutlich früher als in den Vorjahren

Auffällig ist im Vergleich zu den Vorjahren zumindest der Zeitpunkt des Doohan-Einsatzes. 2022 und 2023 erfüllte Alpine wie viele andere Formel-1-Teams die Rookie-Verpflichtungen erst gegen Jahresende. Doohan kam jeweils erst beim Rennwochenende in Mexiko und beim Saisonfinale in Abu Dhabi zu seinen Trainings-Einsätzen, wo die Alpine-Cockpits für das Folgejahr längst besetzt waren. Die Trainings-Sitzung Doohans beim neunten Rennwochenende 2024 in Kanada findet somit im Hinblick auf den Fahrermarkt zu einem deutlich auffälligeren Zeitpunkt statt.

Doch nicht nur für ein mögliches Cockpit 2025 könnte das Training relevant sein: Doohan erhofft sich zudem, von der Zeit auf der Strecke bei seiner Simulator-Arbeit bei den anstehenden Europa-Rennen profitieren zu können. “Ich bin dem Team sehr dankbar, die Möglichkeit für mehr Fahrzeit zu erhalten und mich mit dem 2024er-Auto früh in der Saison vertraut zu machen”, wurde Doohan in einer Pressemitteilung des Teams zitiert.

Doohan, Sohn von Motorradlegende Mick Doohan, zählt seit 2022 zum Nachwuchskader von Alpine. Zuvor war er Teil der Nachwuchsakademie von Red Bull. In den vergangenen beiden Jahren ging Doohan in der Formel 2 an den Start und erreichte den sechsten und dritten Gesamtrang. Im Titelkampf befand er sich dabei jedoch nie ernsthaft. Anders als andere ehemalige Formel-2-Piloten wie der amtierende Champion Theo Pourchaire oder Red-Bull-Junior Ayumu Iwasa, entschied sich Doohan in diesem Jahr gegen ein Rennprogramm in einer anderen Serie. Stattdessen fokussiert sich Doohan voll auf seine Reserve-Rolle bei Alpine.

Neben Doohan gibt es jedoch noch eine Vielzahl an weiteren talentierten Nachwuchs-Piloten, die auch aktuell in der Formel 2 fahren. Zu diesen gehört unter anderem auch Mercedes-Supertalent Andrea Kimi Antonelli. Dieser absolvierte Mitte Mai in Silverstone einen privaten Test, bei dem Antonelli auch mit Mick Schumacher und Stammfahrer George Russell gemeinsam auf der Strecke war. Um ein Shootout um das freie Mercedes-Cockpit soll es sich den Silberpfeilen zufolge dabei jedoch nicht gehandelt haben. Alle Details lest Ihr in diesem Artikel: