Er war gerade erst 18 Monate alt, als Lewis Hamilton (39) im Jahr 2007 sein erstes Formel-1-Rennen gefahren ist. Jetzt wird Oliver Bearman, geboren am 8. Mai 2005, zum fünften britischen Fahrer (inklusive des Thai-Briten Alex Albon) in der Formel 1. Passenderweise vorm Heimrennen des Engländers in Silverstone hat Haas die Verpflichtung des Ferrari-Juniors offiziell gemacht.

„Die Strecke bald mit diesen Jungs zu teilen, denen ich beim Rennfahren zugeschaut habe, das ist schon etwas echt Spezielles“, freut er sich nach der Bekanntgabe. „Da muss man sich schon mal zwicken, denn in meinen Augen sind sie große Stars, zu denen ich aufschaue. Dass ich jetzt auf der Strecke mit ihnen sein werde, ist ziemlich unglaublich.“

Allein: Das Gefühl ist für Bearman eigentlich nicht neu. Bereits beim Rennen in Saudi-Arabien sprang er für den am Blinddarm operierten Carlos Sainz in den Ferrari und wurde hochgelobter Siebter. Seitdem ist sein Weg in den „Nachwuchs-Ferrari“ bei Haas vorgezeichnet. Kurios: Während Mercedes mit Andrea Kimi Antonelli auf einen Italiener in seiner Nachwuchsschmiede setzt, konzentriert sich die Scuderia aus Maranello auf den jungen Briten mit dem Bär im Namen.

Hamilton machte Video für Bearman

Dabei durchlief er die typisch britische Rennfahrersozialisation – inklusive der Aufnahme in den Kreis der F1-Anwärter durch den 20 Jahre älteren Lewis Hamilton, der einst selbst schöne Anekdoten von seiner ersten Begegnung mit dem damalige McLaren-Boss Ron Dennis zu berichten wusste. Jetzt ist es der siebenmalige Weltmeister selbst, der dem britischen Nachwuchspiloten den Weg in die Königsklasse vorhergesagt und so für einen Motivationsschub gesorgt hat.

Oliver Bearman geht 2025 für Haas in der Formel 1 an den Start.

Bild: Haas

„Ich habe von ihm im Jahr 2015 oder 2016 ein Video bekommen, in dem er sagt: ‘Bleib dran, hoffentlich kannst du es eines Tages in die F1 schaffen’. Und hier bin ich jetzt“, verrät Bearman seine eigene verrückte Geschichte mit dem F1-Champion und erklärt: „Ich denke, er hat eine Freundin meiner Mutter getroffen oder so, und sie hat ihn dazu veranlasst das Video zu machen. Das war der großartigste Tag meines Lebens und gestern wurde ich daran erinnert, weswegen ich das Video nochmal ansah. Das war ein lustiger Moment.“

Ab 2025 fahren beide nun gegeneinander in der Königsklasse des Automobils und aus diesem Anlass bekommt Bearman den nächsten Ritterschlag von seinem Vorbild.

Lob für Oliver Bearman

„Er hat in diesem Jahr einen phänomenalen Job gemacht“, lobt Hamilton seinen Landsmann. „Ein strahlendes junges Talent und ich denke, es ist großartig, dass das Vereinigte Königreich viele großartige junge talentierte Fahrer hervorbringt. Silverstone und der BRDC (British Racing Drivers’ Club) haben daran Anteil, weil sie viel in die jungen und aufstrebenden Fahrer des Sports investieren. Das ist fantastisch und nimmt den Druck von uns allen, da hoffentlich mindestens einer der Briten an der Spitze stehen wird.“

Das Problem: Bei so vielen Vorschusslorbeeren muss Bearman auch liefern. In Spielberg tat er das zuletzt mit einem Sieg in der Formel 2. Doch bei Haas in der Formel 1 gilt es zunächst zu lernen. Erst dann wird sich zeigen, ob ein siebter Platz im Ferrari in Saudi-Arabien richtig gut war, oder ob der Rennwagen – zu diesem Zeitpunkt in der Saison die klare Nummer zwei hinter Red Bull – sogar mehr zugelassen hätte als Bearman in der Lage war zu leisten.

Fest steht: Der Welpenschutz ist bald vorbei. 2025 muss er sich nicht nur gegen die Weltelite der Rennfahrer durchsetzen, sondern vor allem auch gegen vier Landsmänner, die alle das Zeug zum Siegen haben.