
Kerstin gibt 2025 ihr Comeback bei Motorsport-Magazin und kümmert sich v.a. um unsere Rookies, Online & Print.MEHR

Der Countdown läuft: Nur noch zwei Grand Prix, dann ist die Ära der Ground-Effect-Autos Geschichte. Die meistenFormel 1-Piloten werden der Regelreform, die 2022 eingeführt wurde, um das Überholen im Rennen zu erleichtern, keine Träne nachweinen. Zu ihnen zählt auch George Russell.
“Ich bin echt froh, dass wir davon wegkommen”, erklärte der Mercedes-Pilot. Verständlich, immerhin war der W13 einer der F1-Boliden, die am stärksten vom Porpoising betroffen waren. Viele haben noch die Bilder vor Augen, wie sich Lewis Hamilton nach dem Großen Preis von Aserbaidschan 2022 aus seinem Boliden schleppte. “Ich habe gebetet, dass das Rennen bald vorbei ist”, sagte Hamilton später. Um zu zeigen, wie brutal das Auto zu fahren war, sollte einer der Mercedes-Chefdesigner das Porpoising selbst am eigenen Körper erleben.
Die Ära der Ground-Effect-Autos geht nach dem Jahr 2025 zu Ende. Die Fahrzeuggeneration begann mit einigen Problemen. Heute ist die F1 so eng wie nie. Ein Rückblick:
Arbeitsschutzbeauftragter stoppt Experiment
“Wir haben eine Art Vorrichtung, die Wiederholungen einer Runde simuliert und dabei die Bewegungen der Aufhängung vom Fahrgestell aus nachbildet. Lewis und ich wollten einen unserer Chefdesigner reinsetzen, um zu zeigen wie aggressiv das Porpoising war. Er sollte eine Wiederholung von Baku absolvieren, doch unser Arbeitsschutzbeauftragter meinte, das sei zu gefährlich”, erzählte Russell.
Als “Porpoising” wird ein Effekt bezeichnet, bei dem der Luftstrom in den Unterboden-Kanälen bei hohen Geschwindigkeiten abreißt. Dadurch verliert das Auto kurzzeitig Abtrieb, bewegt sich nach oben und wird dann angesaugt, wenn sich der Luftstrom wieder beruhigt hat. In Highspeed-Kurven oder am Ende einer Geraden entsteht daraus ein permanentes Hüpfen.
“Ich erinnere mich, als ich im ersten Jahr in Las-Vegas gefahren bin, konnte ich die Bremsschilder nicht sehen, weil das Auto so aggressiv auf dem Boden aufgeschlagen ist. Ich war mit 240 Meilen pro Stunde unterwegs und konnte sie einfach nicht erkennen”, so der Mercedes-Pilot.
Bereits beim ersten Test 2022 in Barcelona klagten die Piloten über den fehlenden Fahrkomfort. Durch die Steifheit der Autos spüren die Piloten jeden Kerb, jede Bodenwelle und jede Unebenheit um vieles härter als in der vorherigen Fahrzeuggeneration. “Man muss sich das mal vorstellen: Man fährt eineinhalb Stunden im Kreis und der ganze Körper wird durchgeschüttelt – der Rücken, die Augen, einfach alles”, gibt Russell zu bedenken. Alpine-Pilot Pierre Gasly bestätigt: “Unsere Rücken haben deutlich mehr gelitten als sich die Leute das vorstellen mögen.”
Mit ganz anderen Problemen hatte dieses Jahr Kimi Antonelli zu kämpfen. F1-Experte Christian Danner erklärt, wie Antonelli den Drucktest bestanden hat.
© Motorsport-Magazin

diese Formel 1 Nachricht