Isack Hadjar konnte einem am Rennsonntag in Katar schon leidtun. Der Formel-1-Rookie war beim vorletzten Grand Prix der Saison auf Kurs zu einem weiteren starken Resultat. Doch anstatt auf Platz 6 endete das Rennen des Franzosen zwei Runden vor Schluss in der Garage. Ein Reifenschaden und die Folgeschäden daraus hatten ihn aus dem Rennen eliminiert.

Reifendefekte in Katar gab es schon in den letzten Jahren mehrmals und auch 2025 war aufgrund spitzer Steine im Kiesbett die Sorge davor groß, doch im Falle von Hadjar war die Strecke unschuldig. Stattdessen löste sich am Racing Bull links vorne das über dem Rad angebrachte Carbon-Element und die Folge daraus war der Reifenschaden.

“Nichts ist gut”: Isack Hadjar nach Reifenschaden außer sich

Der Funkverkehr sprach Bände über die Frustration von Hadjar in diesem Moment. Sein Renningenieur Pierre Hamelin dachte nach dem Abflug des Carbon-Teils, dass noch alles in Ordnung sei, wurde aber schnell von seinem Fahrer eines Besseren belehrt. “Nichts ist gut”, meldete Hadjar, als er spürte, dass der Reifendruck links vorne einbrach. “Kannst du das nicht in den Daten sehen?”

Während ein Fahrer nach dem anderen an dem weidwunden Racing Bull vorbeiging, schimpfte Hadjar frustriert in den Funk: “Verdammt nochmal. Ist dieses Auto aus verdammtem Plastik, oder was?” Das Problem hatte sich bereits einige Runden zuvor angekündigt. In Runde 48 ging ausgangs Kurve 12 augenscheinlich an der Radabdeckung etwas zu Bruch als Hadjar auf der eigentlich ganz normalen Rennlinie über den Kerb fuhr.

In der Folge wurden die Vibrationen des Carbon-Teils von Runde zu Runde schlimmer, ehe die Gesetze der Physik schließlich dessen Abflug verursachten und es dabei das Rennen von Hadjar ruinierte. “In den letzten zehn Runden sah ich, dass das Endplate des Frontflügels (sic!) auf den Geraden verrücktspielte. Das Team war zuversichtlich. Aber ehrlicherweise wusste ich, dass es abbrechen würde.”

Doch Alternativen hatte die Mannschaft aus Faenza ohnehin keine. Ein später Boxenstopp hätte Hadjar klar aus den Punkten geworfen und damit ohnehin einen Nuller manifestiert. Auch abgesehen davon, dass Überholen auf dem Lusail International Circuit ohnehin beinahe ein Ding der Unmöglichkeit war.

Das bewies unter anderem Hadjar selbst, der über praktisch die gesamte Renndistanz George Russell in seinem Nacken hatte, aber nur einmal wirklich in Gefahr geriet und sich dann – wenn auch mit etwas rustikalen Mitteln – gegen den eigentlich schnelleren Mercedes zur Wehr setzen konnte. “Ich hatte George hinter mir und ich hätte ihn auch noch 100 weitere Runden hinter mir halten können”, ist der RB-Pilot überzeugt.

Der Racing Bull von Isack Hadjar auf dem Weg in die Startaufstellung beim Katar-GP 2025 auf dem Lusail International Circuit
Isack Hadjars Auto auf dem Weg ins Grid: Hier war seine Welt (und sein Reifen) noch in Ordnung, Foto: Imago / Alessio de Marco

In der Konstrukteurs-WM hätten die Racing Bulls die acht Punkte für P6 gut gebrauchen können, um den Sack im Kampf um P6 so gut wie zuzumachen. Ein kleiner Trost für das Team: Hadjars Teamkollege Liam Lawson fuhr immerhin noch auf P9. Im Moment liegt das Team aus Faenza zwölf Zähler vor Aston Martin, ohne den Ausfall von Hadjar wären es 19 gewesen.

Hat Mercedes Norris vorbeigelassen? Wolff attackiert Marko (09:52 Min.)

Doch auch wenn der Frust nach dem späten Aus groß war, so könnte sich die Laune von Hadjar in den nächsten Tag schnell wieder heben. Denn noch vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi soll der neue Teamkollege von Max Verstappen bei Red Bull Racing bekanntgegeben werden. Hadjar ist der große Favorit auf das Cockpit, laut der Gerüchteküche im Paddock soll seine Beförderung schon ausgemachte Sache sein. Wann genau der zweite Red-Bull-Racing-Pilot für 2026 bekanntgegeben wird, könnt ihr hier nachlesen: