Bei Red Bull kommt es nach der Affäre rund um Teamchef Christian Horner zu Beginn der Formel-1-Saison 2024 zur nächsten Schmierenkomödie. Ausgerechnet beim Bullen-Heimspiel in Österreich steht Horner erneut im Mittelpunkt. Noch immer ist ein möglicher vorzeitiger Abgang von Max Verstappen ein großes Thema, auch dessen Vater Jos Verstappen spielt einmal mehr eine zentrale Rolle in der Kontroverse.

Eigentlich hätte Jos Verstappen bei der sogenannten Legenden Parade beim Österreich-GP den Red Bull RB8 aus der Saison 2012 fahren sollen. Für die Legenden Parade, bei der ehemalige Formel-1-Piloten historische Autos um die Strecke fahren, ist der Veranstalter zuständig, der Red Bull Ring – der allerdings nicht dem Mutterkonzern untersteht und somit auch in keiner direkten Verbindung zu Red Bull Racing.

Als das Thema Legenden-Parade bei Christian Horner aufpoppte, soll der Teamchef nicht sonderlich begeistert von der Besetzung des RB8 gewesen sein. Anschließend wurde angeordnet, Jos Verstappen bei der Parade, die am Samstag und Sonntag stattfindet, nicht zu filmen.

Jos Verstappen sagte seine Teilnahme anschließend ab und teilte gegen Horner aus. Der niederländischen Tageszeitung ‘De Telegraaf’ sagte er: “Ich finde es sehr enttäuschend. Das ist ein absoluter Kindergarten, ich bin fertig mit ihm.”

Red-Bull-Kindergarten? Horner dementiert Anschuldigungen

Christian Horner hingegen dementierte die Berichte: “Mir wurde gesagt, dass die Legenden-Parade von der Strecke organisiert wird. Es gab kein Veto oder etwas derartiges von mir. Und ich bin mir sicher, dass die Legenden später in Action sein werden.”

Ein Seitenhieb gegen Jos Verstappen, den Horner offenbar nicht zu ebendiesen Legenden zählt. Mit Gerhard Berger, David Coulthard, Emerson Fittipaldi und Johnny Herbert besteht das restliche Fahrerfeld der Parade aus GP-Siegern und einem Weltmeister. Jos Verstappens beste Rennergebnisse sind zwei dritte Plätze als Benetton-Teamkollege von Michael Schumacher 1994.

“Was immer auch Jos’ Probleme sein mögen, ich habe wirklich nichts dazu zu sagen”, stellte Horner klar. Schon nach der Affäre zu Beginn des Jahres zählte Jos Verstappen den Red-Bull-Teamchef an, sprach davon, dass das Team wegen Horner zerrissen würde.

“Ich glaube nicht, dass es wirklich hilfreich ist, weiter über Jos zu sprechen. Unser Fokus liegt auf Max, er ist unser Fahrer. Mit ihm haben wir einen Vertrag. Und wir fokussieren uns darauf, diesen Grand Prix mit ihm zu gewinnen”, so Horner.

Aber treibt der Zwist mit Jos Verstappen nicht auch einen Keil zwischen Max Verstappen und dem Team? Sollte Horner nicht an einem guten Verhältnis mit dem Fahrer-Vater interessiert sein? “Du kannst nicht alles im Leben kontrollieren. Ich kann die Beziehungen mit Fahrer-Vätern nicht kontrollieren. Mein Fokus liegt daher auf unseren Fahrern und der Performance unseres Teams”, entgegnet Horner.

Horner liefert sich in Österreich nächstes Wortgefecht mit Toto Wolff

Jos Verstappen scheint zuletzt aber nicht Horners einziger Widersacher zu sein. Auch mit Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff lieferte sich Horner den ein oder anderen verbalen Schlagabtausch – vor allem wenn es um die Zukunft von Max Verstappen ging. Wolff sieht noch immer eine Chance, dass Verstappen zu Mercedes wechselt.

“Manchmal glaube ich, das ist einfach nur eine Ablenkungstaktik. Man muss sich fragen, welche Motive dahinterstecken”, so Horner. Der Brite hat da so seine Theorie: “Der Fahrer, der all diese Bewegung auf dem Fahrermarkt ausgelöst hat [Lewis Hamilton] und alle Informationen zum Motor für 2026 hatte, hat sich dazu entschlossen, Mercedes zu verlassen.”

Red Bull fordert Motoren mit weniger Elektro! Wolff lehnt ab! (12:39 Min.)

Dabei meinen im Fahrerlager der Formel 1 nicht wenige, dass Red Bull beim Motorenprogramm für 2026 im Hintertreffen ist. Die Bullen entwickeln erstmals in ihrer Geschichte einen eigenen Formel-1-Motor. Mercedes hingegen wirbt ständig mit dem eigenen Motorenprogramm für 2026 und will Verstappen so anlocken.

Horner bleibt bei seiner Meinung: “Ich denke, es ist einfach eine Ablenkungstaktik. Wenn er [Toto] einen Verstappen will, dann denke ich, dass Jos verfügbar wäre.” Während Jos Verstappen und Christian Horner auf Kriegsfuß stehen, versteht sich der ehemalige niederländische Formel-1-Pilot bestens mit Toto Wolff.