Mercedes sorgte im 3. Freien Training zum Kanada GP 2024 für eine faustdicke Überraschung. Lewis Hamilton beendete die Qualifying-Generalprobe mit deutlichem Vorsprung vor Formel-1-Weltmeister Max Verstappen. George Russell bestätigte auf Rang drei die starke Mercedes-Form. Bei erstmals an diesem Wochenende durchgehend trockenen Bedingungen enttäuschte Ferrari.

Das Ergebnis: Wie üblich kam es am Ende des 3. Freien Trainings zum Schlagabtausch auf Soft-Reifen. Mit 1:12,549 Minuten war Lewis Hamilton darauf fast vier Zehntelsekunden schneller als Max Verstappen. Wenige Tausendstel dahinter sortierte sich George Russell im zweiten Mercedes ein. Überraschend stark präsentierte sich Lokalmatador Lance Stroll auf Rang vier. Dem Aston-Martin-Piloten fehlte eine knappe halbe Sekunde.

Auf Rang fünf sortierte sich Oscar Piastri im schnelleren der beiden McLaren vor Daniel Ricciardo im Racing Bull ein. Lando Norris wurde Siebter, Fernando Alonso Achter. Für Charles Leclerc reichte es mit satten acht Zehntelsekunden Rückstand nur zu Rang zehn hinter Sergio Perez. Carlos Sainz schaffte im zweiten Ferrari den Sprung in die Top-10 nicht und wurde Zwölfter. Nico Hülkenberg landete auf Rang 17.

Die Zwischenfälle: Nach seinem Unfall im 1. Training schaffte es Guanyu Zhou erneut, den Sauber beschädigt in der Streckenbegrenzung abzustellen. Schon nach fünf Minuten musste die Session unterbrochen werden, weil Zhou in Kurve eins das Heck verloren hatte und rückwärts in die Streckenbegrenzung von Kurve zwei eingeschlagen war. Der Einschlag war moderat, reichte aber, das Auto so stark zu beschädigen, dass Zhou nicht mehr weiterfahren konnte. Nach drei Minuten Pause konnte das Trainings wieder freigegeben werden.

Auch Alexander Albon konnte vorzeitig Feierabend machen, der Thailänder sparte sich aber nur zehn Minuten Arbeitszeit. Am Ausgang der Zielschikane berührte er mit dem rechten Hinterrad die berühmtberüchtigte Wall of Champions. Dabei wurde die Hinterradaufhängung beschädigt. Albon schleppte den havarierten Williams noch eine komplette Runde zurück an die Box. Max Verstappen tat es Albon in den Schlusssekunden gleich, beim Weltmeister nahm aber nur die Felge Schaden.

Die Technik: Aufgrund des schlechten Wetters fuhr Mercedes fast den gesamten Freitag über mit dem alten Frontflügel – man wollte das Risiko im Regen nicht eingehen, die wenigen neuen Teile zu beschädigen. Im 3. Training fuhren sowohl Lewis Hamilton als auch George Russell permanent mit dem neuen Modell.

Max Verstappen wäre am Vortag gerne überhaupt gefahren, nach lediglich vier Runden musste er seinen Red Bull aber wegen eines ERS-Problems in der Garage abstellen. Für das Abschlusstraining hatte man die Probleme am RB20 beheben können. Die am Freitag erstmals eingesetzte Power Unit wurde durch ein älteres Exemplar ersetzt. Das Problem-Exemplar soll in den nächsten Tagen untersucht werden.

Defekt legt Verstappen lahm! Droht nächste Red-Bull-Pleite? (14:41 Min.)

Das Wetter: Bei 21 Grad Luft- und 35 Grad Celsius Asphalttemperatur zeigte sich das Wetter in Montreal erstmals an diesem Formel-1-Wochenende von seiner besseren Seite. Für das Qualifying heute um 16:00 Uhr Ortszeit (22:00 Uhr MESZ) steigt das Regenrisiko wieder an, auch für das Rennen morgen prognostizieren die Meteorologen Regen.