Max Verstappen eröffnete das Jahr 2024 in der Formel 1 mit sieben Poles in Serie. In Monaco und Kanada muss er jedoch zwei Niederlagen hintereinander einstecken, und auch davor hatte er in Imola nur mit viel Glück und Können den ersten Startplatz gerettet. Die Konkurrenz rückt Red Bull im Qualifying auf den Pelz, und die Art und Weise, wie das Team die letzten Wochenenden ablieferte, löst Sorgen aus.

Von Miami an, also seit vier Rennen, hat Red Bull nämlich kein sauberes Wochenende auf die Reihe bekommen. “Insgesamt war dieses Wochenende wieder etwas chaotisch auf unserer Seite”, stellt Verstappen so in Kanada fest. Hier hatte eine brandneue Power Unit am Freitag einen Defekt erlitten und musste getauscht werden. “Einfach zu viele kleine Probleme.” Dass er am Ende mit 1:12,000 die gleiche Rundenzeit fuhr wie Polesetter George Russell, das tröstet nur bedingt.

“Die gleiche Zeit zu haben ist toll, aber wenn du rückblickend auf ihre Pace schaust, dann nehme ich den zweiten Platz”, deutet Verstappen auf Mercedes. “Denn in Q2 habe ich ihre Rundenzeiten gesehen und dachte mir, dass es keine Chance gäbe, dass ich so etwas schaffen könnte.” Er brauchte Hilfe vonseiten beider Mercedes. Die bekamen in Q3 die letzte Runde auf den Soft-Reifen nicht auf die Reihe.

Verstappen nach Defekt wegen Red Bulls Trend besorgt

So sollte der Rückstand von Verstappen zu Mercedes wohl eigentlich größer sein. Das Qualifying an sich war nicht schlecht, nur der Weg dorthin stellt nicht zufrieden: “Ich glaube, wir haben eine solide Balance für das Qualifying zusammenbekommen, damit war ich recht happy. Aber wir müssen einfach saubere Wochenenden ohne Probleme schaffen. Das würde auch etwas helfen.”

In Kanada waren es nicht bloß Setup-Schwierigkeiten, sondern vor allem ein technischer Defekt am Hybridsystem der erst an diesem Wochenende eingebauten dritten von vier erlaubten Power Units. Nach nur 14 Runden musste der brandneue Motor am Freitag wieder getauscht werden. Den Rest des Kanada-Wochenendes fährt Verstappen mit einer älteren Power Unit, während die neue für Analysen erst einmal kaltgestellt wird.

Defekt legt Verstappen lahm! Droht nächste Red-Bull-Pleite? (14:41 Min.)

Die am Freitag verlorene Trainingszeit dürfte Verstappen nicht geholfen haben. Das Setup mochte gut gewesen sein, nicht so seine Reifen-Anwärmtaktik auf der entscheidenden Runde. “Es ist hier ein Spiel mit dem Reifenaufwärmen, und ich glaube unsere Aufwärmrunde war zu schnell”, analysiert Red Bulls Motorsportberater Dr. Helmut Marko auf ServusTV. “Max hat sich beschwert, und es war auch ersichtlich, wie in Sektor 3 die Reifen eingegangen sind.”

Vertrauen auf Red-Bull-Rennpace: Keine Monaco-Probleme in Kanada

“So gesehen passt es, zeitgleich mit Russell zu sein”, akzeptiert Marko. “Ich glaube, im Renntrimm haben wir da vielleicht das bessere Paket.” Während Verstappen viele Runden am Freitag defektbedingt verpasst hat, so war da nicht die Rennvorbereitung darunter. Die konnte aufgrund des wechselhaften Wetters für alle erst am Samstag im 3. Freien Training stattfinden. Eben deshalb sind sich aber auch alle unsicher, wie das Bild für das Rennen wirklich aussehen wird.

Positiv für Red Bull ist dafür: Es gibt keine nennenswerten Probleme mit dem Überfahren der Kerbs und mit den Bodenwellen. Nach Monaco war diese Baustelle am RB20 groß in den Fokus geraten, und auch in Montreal muss man die Kerbs in den Schikanen hart mitnehmen. Natürlich tut sich das Auto dabei schwerer als manche der Konkurrenz, meint Verstappen, aber: “Monaco hat viele langsame Ecken, wo du Fahrkomfort und mechanischen Grip brauchst. Hier ist mehr Aero involviert.”

Damit kann der RB20 öfter seine Stärken ausspielen und die Schwächen besser kaschieren. “Wir wissen um die Einschränkungen und müssen daran arbeiten, aber damit ist Platz zwei hier generell denke ich ganz gut”, folgert Verstappen.