Das Imperium schlägt zurück: Zwei Siege in Folge, vier Podien, mit 97 Punkten aus dem Triple Header erzielte niemand mehr als Mercedes. McLaren schaffte 83 Zähler, Red Bull 72, Ferrari 50. Nach Jahren der Dürre zeigen sich die ehemaligen Alleinherrscher der Formel 1 endlich wieder auf dem richtigen Weg. Toto Wolff erklärt seine Wunderwaffe, und den Plan, wie es so gut weitergehen soll.

Wunderwaffe: James Allison statt Mercedes-Frontflügel

“Vor fünf Rennen waren wir nicht einmal ein Kandidat für das Podium”, erklärte Toto Wolff Mercedes’ Angst, auch im dritten Jahr der Ground-Effekt-Ära nicht abzuliefern. Bis Monaco bzw. Kanada sah es nach einer weiteren Seuchen-Saison aus, sogar Wolffs Stuhl wackelte. “Und dann hat es Klick gemacht! Plötzlich ergab alles, was keinen Sinn machte, einen Sinn!”

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Wie in alten Zeiten könne der achtfache Konstrukteursmeister nun das Auto weiterentwickeln und verbessern, die Unstimmigkeiten der Korrelation zwischen Windkanal und Strecke scheinen gelöst. Neue Teile wirken sich direkt auf die Rundenzeit aus. “Das war in den letzten zwei Jahren nicht der Fall”, freut sich der Mercedes-Boss.

“Es gab einen Moment, in dem – angeführt von James [Allison], die Daten und unser Rückstand Sinn machten”, führt Toto Wolff aus. Von da an ging es aufwärts. “Vor allem bei der Art und Weise, wie wir das Auto ausbalanciert haben und besser in den Sweet Spot bringen.”

Der neue (links) und alte (rechts) Mercedes-Frontflügel in Monaco
Der neue (links) und alte (rechts) Mercedes-Frontflügel, Foto: LAT Images / Motorsport-Magazin.com

Das aufsehenerregende Frontflügel-Design, das seit Monaco (und in Kanada an beiden) W15 zu finden ist, war jedoch nicht das Allheilmittel. “Es war kein Wunder-Frontflügel, sondern eher die Balance, die wir verbesserten”, so der Wiener.

Die nächsten bereits angekündigten Updates in Ungarn und Spa sollen den W15 nun weiter verbessern. Trotz einem Mercedes, der in Silverstone in allen Bedingungen gut war, und beide Autos an der Spitze fuhren, steigt Toto Wolff noch kurz auf die Euphorie-Bremse und mahnt: “Auf der anderen Seite dürfen wir es nicht übertreiben.”

Die Formel 1 hat dieses Wochenende Pause. Wer trotzdem Lust auf Rennaction hat, kann auf das Goodwood Festival of Speed zugreifen. Alles Infos dazu findet ihr hier: