Die Dominosteine auf dem F1-Fahrermarkt fallen langsam, aber stetig. Vor kurzem wurde Nico Hülkenbergs Wechsel zu Sauber/Audi bekannt gegeben, am Mittwoch vor dem Formel-1-Wochenende in Imola verlängerte Alexander Albon mit Williams. Wenn es um die Cockpit-Besetzung für 2025 geht, wird aus deutscher Sicht immer wieder gerne der Name Mick Schumacher ins Spiel gebracht. Bekommt er nun eine Chance bei Alpine? Der französische Teamchef Bruno Famin ließ beim Großen Preis der Emilia-Romagna diesbezüglich aufhorchen.

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Gelassenheit bei Alpine: Fahrerentscheidung für 2025 hat keine Eile

Die Alpine-Zukunft ist offen, denn beide Fahrer – Esteban Ocon und Pierre Gasly – sind für die nächste Saison ohne Vertrag. Für das Team ist aber keine Eile geboten, was das Finalisieren der Fahreraufstellung für 2025 angeht. “Wir wollen uns Zeit lassen. Wir haben immer gesagt, dass wir keinen Druck haben. Wir sind mit unseren Fahrern zufrieden. Wir arbeiten gut mit ihnen zusammen”, erwies sich Famin am Trainingsfreitag loyal gegenüber seinem aktuellen Fahrerduo.

Trotzdem seien Gespräche im Gange, so Famin weiter. “Viele Leute kommen zu uns, wir haben sehr gute Fahrer in unserer Akademie.” Allerdings drängt sich keiner von Alpines Nachwuchsfahrern wirklich auf. Sophia Flörsch, Gabriele Mini und Nikola Tsolov sind derzeit noch in der Formel 3 unterwegs. Victor Martins fährt in seiner zweiten Formel-2-Saison dem Feld bislang hinterher. Am ehesten käme noch Jack Doohan, Sohn der Zweirad-Legende Mick Doohan, infrage. Er wurde in der F2-Saison 2023 Dritter und ist derzeit als Test- und Ersatzfahrer für das Alpine F1 Team im Einsatz. Vor Imola absolvierte der Australier in Zandvoort seine ersten beiden Testtage mit dem A522, dem F1-Auto des Teams aus der Saison 2022.

Alpine-F1-Boss von Mick Schumachers Engagement in der WEC begeistert

Doch der Fahrerpool von Alpine erstreckt sich über das Juniorenprogramm hinaus auch auf andere Rennserien. Und schaut man auf das Alpine Endurance Team in der WEC, sticht ein Name mit Formel-1-Vergangenheit heraus: Mick Schumacher. Von dem ist der Alpine-F1-Teamchef überaus beeindruckt: “Mick macht einen unglaublichen Job auf der Langstrecke.”

Beim vergangenen Langstreckenrennen in Spa-Francorchamps hätte es für Mick Schumacher und seine beiden Teamkollegen fast zum ersten Punkt in der WEC gereicht. Welches Pech dem Team auf dem #36 Alpine A424 dann zum Verhängnis wurde, kannst du hier nachlesen:

“Was sehr beeindruckend ist, ist seine Denkweise. Natürlich ist er schnell, aber ich denke, jeder weiß das. Und auf der Langstrecke geht es nicht darum, die reine Leistung des Fahrers zu bewerten, sondern darum, dass Mick sich wirklich unglaublich gut an die WEC-Mentalität angepasst hat. Er war von der ersten Minute an sehr offen, sehr kooperativ, sehr hilfsbereit für seine Teamkollegen. Er war bereit, alles zu lernen, speziell im Langstreckenbereich. Er hat einen super Teamgeist”, bewunderte Famin die lobenswerte Einstellung und Anpassungsfähigkeit des ehemaligen F1-Fahrers.

Ob Mick deshalb bei Alpine ganz oben auf der Liste für einen Fahrersitz in der Formel-1-Saison 2025 stehe? Das wollte sich der Franzose nicht entlocken lassen, gestand aber ein: “Er ist auf jeden Fall eine der Möglichkeiten. Wie viele andere auch. Wir sind für alle Lösungen offen. Ich denke, es ist gut, einen erfahrenen Fahrer zu haben – zumindest einen auf jeden Fall. Aber wir können auch gerne einen jungen Fahrer ausbilden.”

Neue Chance auf deutsche Zukunft in der Königsklasse?

Erfahrung vs. Nachwuchs – Alpine scheint diesbezüglich für verschiedene Optionen offen zu sein. Ein Faktor spiele indes Famin zufolge keine Rolle bei der Fahrerwahl und das sei die Nationalität: “Der Plan für das Alpine-Projekt hat den Bekanntheitsgrad der Marke auf der ganzen Welt erhöht und wir sind froh, französische Fahrer zu haben. Aber wir werden auch sehr froh sein, nicht-französische Fahrer zu haben.”

In dieser Hinsicht steht einer Rückkehr des Deutschen in die Formel 1 2025 nichts im Wege. Schumacher könnte der Hoffnungsträger für die deutsche Zukunft in der Königsklasse sein. Denn während 2010 noch sieben deutsche Fahrer in der Formel 1 fuhren, ist diese glorreiche Ära des deutschen Formelsports seit einiger Zeit vorbei. 2024 ist der 36-jährige Hülkenberg wie schon im Vorjahr der einzige deutsche Stammfahrer auf dem F1-Grid. Groß ist daher die Sehnsucht nach einer langfristigen deutschen Verstärkung in der Formel 1.

Erlebe hier Mick Schumacher in einem exklusiven Interview mit Motorsport-Magazin.com, in dem er über die Herausforderungen seines ersten Jahres in der Langstrecken-WM mit Alpine spricht und den Mentalitätswandel vom Einzelkämpfer zum Teamplayer erklärt: