Weg mit dem Asphalt, zurück mit den Kiesbetten. Diese Forderung gibt es in der Formel 1 inzwischen seit Jahren. Imola gehört zu den Strecken, die sich dieser Idee nun angeschlossen haben. An drei kritischen Punkten gibt es 2024 wieder Kies statt Asphalt.

Die Umbauten sind schon länger abgeschlossen, mit den Kiesbetten fuhr etwa auch vor wenigen Wochen schon die Langstrecken-WM. Einmal wurde der Asphalt am Ausgang der schnellen Linkskurve Piratella (Kurve 9) oben auf dem Hügel entfernt.

Weiters ist links am Ausgang von Acque Minerali, der zweiten engen Rechtskurve in der folgenden Senke (Kurve 12), das Kies am Ausgang näher an die Strecke gerückt. Und schließlich auch rechts am Ausgang der langsamen Variante Alta (Kurve 15), der engen Schikane, nachdem es zurück hoch den Berg geht. Alle drei Stellen waren in der Vergangenheit einladende Punkte, um vom Asphalt Gebrauch zu machen.

Mehr Kies in Imola genau der Wunsch der Formel-1-Fahrer

Genau das haben die Fahrer in der Vergangenheit wiederholt gefordert. Auf vielen Rennstrecken wurde Kies oder Gras an solchen Stellen durch Asphalt ersetzt, damit das natürliche Limit entfernt. Insofern sinnvoll, da es sich um Kurven handelt, die Fehler anziehen. Fernando Alonso beschreibt das Durchfahren eines Kiesbetts: “fast wie ein Ausfall, weil du das Auto beschädigst und nur mehr sehr langsam bist.”

Der Asphalt verkehrte es jedoch ins Gegenteil. “Dir passiert nichts für Verbremsern, wenn du was riskierst, wenn du rausrutschst, du verlierst kaum etwas”, hält Pierre Gasly fest. Das lädt zu mehr Risiko ein, macht aber Qualifyings aufgrund der schieren Masse an gestrichenen Runden an manchen Orten zu einer miserablen Vorstellung.

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Im Rennen erlaubt es Szenarien wie in Miami, wo ein Fahrer abseits der Strecke ein riskantes Überholmanöver versuchen kann. Die Folgen davon sind bei jedem Manöver dieser Art rundenlange Klagen am Funk. “Ich finde, es ist toll”, lobt Gasly das Kies-Comeback. “Wenn du über das Limit gehst, wirst du bestraft, du kommst nicht damit davon. Das löst alle diese Track-Limit-Probleme.”

Neben den veränderten Kiesbetten gibt es in Imola auch an fast jedem Scheitelpunkt neue Doppelkerbs. Die haben aber keinen Track-Limit-Hintergrund, sind vielmehr Standard-Erneuerungen.

Fahrer fordern: Formel 1 braucht das Oldschool-Feeling

Für die Fahrer kehrt mit den Kiesbetten wieder mehr Oldschool-Feeling nach Imola zurück. Genauer gesagt noch mehr Oldschool-Feeling. Nirgends sind die Qualifying-Runden für einen Formel-1-Fahrer ein besseres Gefühl, meint etwa Carlos Sainz: “Eine der drei besten Strecken weltweit.”

“Diese Strecken sind etwas einschüchternder, die neuen kannst du gleich irgendwo im Simulator fahren”, definiert Kevin Magnussen. Mehr denn je wünschen sich die Fahrer in einer Formel 1, die immer weiter davon weggeht, Klassiker wie Imola im Kalender.