Nico Hülkenberg sorgte bei Sauber im Formel-1-Rennen in Las Vegas erneut für Begeisterung. Auf dem anspruchsvollen Stadtkurs in den USA bahnte sich der Deutsche wieder den Weg in die Punkte – und ließ dabei einmal mehr Lewis Hamilton stehen. Sauber-Teamchef Jonathan Wheatley ist voll des Lobes über seinen Erfolgsgaranten. Strategie perfekt ausgeführt und entgegen eigener Erwartung noch einen Ferrari geschlagen. Nach der Disqualifikation der McLaren-Fahrer rückte er sogar noch zwei Positionen auf.

“Ich habe das Gefühl, dass Nico heute eine weitere Weltklasse-Peformance abgeliefert hat”, freut sich Jonathan Wheatley über Platz sieben von Nico Hülkenberg in Las Vegas. Der 248-fache Grand-Prix-Teilnehmer startete von Platz elf und setzte für den ersten Stint als einer von fünf Fahrern im Feld auf den harten Reifen, darunter auch Lewis Hamilton von Startplatz 19. Die Top-10 vor Hülkenberg hatten allesamt den Medium-Compound aufgezogen.

Sauber-Strategie geht beim Formel-1-Rennen in in Las Vegas auf

In der hart umkämpften Startphase behauptete sich Hülkenberg auf P11 und spielte danach das Long-Game. “Nach den ersten 10 oder 15 Runden sah ich, dass die Fahrer vor mir auf Medium keinen Reifenabbau hatten und es bei ihnen kein Graining gab, und meine Reifen fühlten sich auch gut an”, erklärt der Emmericher. “Wir hatten große Sorgen, was die Performance des Medium als Startreifen anging, wegen dem Graining und der Streckenoberfläche hier”, erklärt Wheatley.

Hülkenberg fuhr auf dem Hard-Compound von Pirelli ganze 30 Runden, bis er als letzter Fahrer im Feld zum Reifenwechsel kam. Dabei hätte er vielleicht noch länger draußen bleiben können. “Er [Hamilton] stoppte zuerst, also haben wir das gecovert”, so Hülkenberg, der vor dem Boxenstopp auf Platz vier lag, eine knappe Sekunde vor Lewis Hamilton. Nach dem Reifenwechsel auf Medium kam er gerade so vor dem Rivalen wieder zurück auf die Strecke.

Reifenflüsterer Nico Hülkenberg für Lewis Hamilton zu schnell

“Wir hatten einen langsamen Pitstop, das hat nicht geholfen. Aber auf dem Medium war es gut zu kontrollieren, und ich fand immer mehr Pace. Er [Hamilton] bekam zur Hälfte des Stints Probleme und fiel zurück, danach war es eine ziemlich klare Sache”, fasst Hülkenberg den restlichen Verlauf seines Rennens zusammen. Im Ziel lag er auf P9 acht Sekunden vor Hamilton und fünf hinter Isack Hadjar.

Fernando Alonso und Oliver Bearman, die vor ihm gestartet waren, ließ er dafür erfolgreich hinter sich. “Ich wusste, dass wir gut in Form sind, um diese Jungs zu schlagen. Alle anderen, die vor uns im Ziel waren, sind auch vor uns gestartet und waren denke ich auch etwas schneller als wir. Ich schätze, wir haben das Beste für uns rausgeholt”, freut sich Hülkenberg.

Der Teamchef hatte doppelten Grund zur Freude. “Nico hat auf beide Reifensätze aufgepasst, hat den Medium gut gemanagt und war schneller als ein Ferrari. Ich hätte nicht gedacht, dass ich am Abend hier sitze und das sage”, so Wheatley mit Blick auf den Triumph über Hamilton. Viel wichtiger ist für ihn jedoch, dass die Sauber-Strategie aufging: “Unser Reifenmodell hat gesagt, dass wir weniger Graining haben, wenn wir auf Hard starten und ich entnehme daraus großes Vertrauen in unser Reifenmodell, das ziemlich akkurat war.”