Die zweite Hälfte des Formel-1-Feldes hat 2024 zwei Aufgaben, um zu punkten. Erstens: Sich im direkten Duell gegen die anderen Nachzüglerteams behaupten. Und zweitens: Anschließend darauf hoffen, dass einer der Fahrer der Topteams ihnen den Gefallen tut und patzt. Zweiteres erledigte Lance Stroll beim China-GP mal wieder. Dadurch war der Kampf um einen Zähler eröffnet.

Dieser ging in Shanghai letztendlich an Nico Hülkenberg. Bereits im Qualifying war er zur Stelle. Dort hatte der Haas-Pilot mit dem Q3-Einzug und P9 überzeugen können. Im Rennen lieferte er sich in der Startphase zunächst einen Kampf mit den Ferraris, später musste sich Haas zwangsläufig nach hinten orientieren und das Hauptaugenmerk darauf richten, die Attacken der Konkurrenz abzuwehren.

Überholen unter Safety Car? Deshalb gab es keine Strafe für Hülkenberg

Chaotisch wurde es im Mittelteil des Rennens trotzdem rund um ihn. Denn direkt vor Hülkenberg krachte vor dem Restart Lance Stroll in das Heck von Daniel Ricciardo. Hülkenberg wich aus und fuhr – eigentlich noch unter Safety-Car-Bedingungen – an dem Duo vorbei. Nach dem Rennen musste er deshalb bei den Stewards vorsprechen.

“Aus meiner Sicht hatten sie einen Unfall und ich konnte nicht erkennen, ob sie weiterfuhren oder nicht” verteidigte sich Hülkenberg. Die Stewards sahen nach der Untersuchung auch keinen Anlass, um ihn zu bestrafen. Der 35-Jährige durfte also den Punkt behalten.

Nico Hülkenberg: Punkt hart erkämpft

“Der Punkt war hart erkämpft. Wir haben es geschafft, jeden Angriff hinter uns abzuwehren und wir haben es auch geschafft, Lewis lange hinter uns zu halten”, sagte der Emmericher. Zeitweise sah es sogar nach mehr aus. Doch Lewis Hamilton ging schließlich in der 40. Runde an Hülkenberg vorbei und raubte ihm somit die (geringen) Hoffnungen auf ein noch besseres Ergebnis. Aber der zehnte Platz ist für Haas ohnehin so etwas wie ein Etappensieg im Kampf um den sechsten Rang in der Konstrukteurs-WM.

“Wir haben uns in eine perfekte Position gebracht und haben zwei fast perfekte Sessions abgeliefert”, freute sich Hülkenberg nach dem Rennen. Dass Haas wieder bei der Musik dabei war, kam etwas überraschend. Denn noch im Sprint am Samstagvormittag war der VF-24 chancenlos und Hülkenberg wurde bis auf die letzte Position durchgereicht.

“Wir haben eine sehr gute Reaktion auf das Sprint-Qualifying und den Sprint gezeigt”, schloss Hülkenberg aus der Leistungssteigerung seit dem Samstagnachmittag. Noch in der letzten Formel-1-Saison wäre das nicht möglich gewesen. Doch durch die Öffnung von Parc Ferme zwischen Sprint und Qualifying konnte Haas seine Setup-Fehler von Beginn des Wochenendes ausbessern.

Kevin Magnussen konnte Hülkenberg beim Kampf um Haas-Punkte keine Unterstützung liefern. Der Däne qualifizierte sich nur auf der 17. Position und war in der 27. Runde auch noch in eine Kollision mit Yuki Tsunoda involviert, für die er schließlich auch bestraft wurde. In der WM steht das US-Team dadurch nach fünf Rennen bei genausovielen Zählern. Nur zwei Punkte trennen sie von den Racing Bulls, die in Shanghai leer ausgingen

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