Lando Norris machte am Sonntag in Imola aus einem langamtigen Formel-1-Rennen einen echten Thriller. In der Schlussphase fuhr er wie entfesselt und schickte sich an, Max Verstappen nach Miami ein zweites Mal den Sieg streitig zu machen. Am Ende reichte es für den McLaren-Fahrer ganz knapp nicht zur Attacke auf den Weltmeister. Die Zeit ging ihm aus, die Pace nicht. Norris ist durch den Aufwärtstrend seines Teams beflügelt.

“Es tut weh, das zu sagen, aber ein oder zwei Runden mehr und ich denke, ich hätte ihn erwischt. es ist schade”, so Norris, der die Zielflagge nach 63 Runden nur 0,725 Sekunden hinter Verstappen sah. Der Red-Bull-Pilot hatte den Start gegen ihn von der Pole Position gewonnen und schien das Rennen danach eigentlich fest unter Kontrolle zu haben. In der Schlussphase wendete sich das Blatt jedoch.

Aus einem Rückstand von sechs Sekunden machte Norris im letzten Viertel des Rennens anderthalb Sekunden. Verstappen parierte und antwortete seinerseits mit schnellen Rundenzeiten, doch Norris rückte immer näher. Ins DRS-Fenster schaffte er es aber erst bei Anbruch der letzten Runde. “Ich habe bis zur letzten Runde hart gekämpft, aber ich hatte zu Beginn etwas zu viel auf Max verloren”, erklärt er, weshalb aus dem zweiten Sieg seiner Formel-1-Karriere nichts wurde.

Im Schlussspurt war nicht nur Norris am absoluten Limit unterwegs. “Ich hatte einfach keinen Grip mehr und bin sehr viel gerutscht. Ich habe gesehen, wie Lando näher kommt. Die letzten zehn Runden bin ich nur noch Vollgas gefahren”, so Verstappen, der zuvor das Geschehen nach Belieben kontrolliert hatte. “Auf dem harten Reifen war es einfach etwas schwieriger zu managen.”

Zu Beginn hatte sich Norris eher nach hinten in Richtung seines Verfolgers Charles Leclerc orientieren müssen. “Er war im ersten Stint einfach so viel schneller”, so Norris mit Blick auf Verstappen, der bereits in Runde drei bei Freigabe des DRS für ihn außer Reichweite gewesen war. Leclerc kam im letzten Renndrittel noch einmal bis auf eine Sekunde an Norris heran, als dieser seinem Team im Funk meldete, keine Pace mehr zu haben. Tatsächlich hatte er seine Reifen von allen Fahrern in der Spitzengruppe am besten geschont.

“Es war eine schwierige erste Hälfte aber eine viel bessere zweite Hälfte”, sagt Norris, der sich nach seinem vierten Podium in dieser Saison anschickt, Leclerc und Perez im Kampf um Platz zwei der Gesamtwertung Konkurrenz zu machen. “Ich denke, wir sind jetzt an einem Punkt, wo wir glücklich sein und sagen können, dass wir mit Ferrari und Red Bull in einer Liga spielen. Daran müssen wir uns gewöhnen. Wir machen als Team einen guten Job, alle zusammen”, lobt Norris seine Mannschaft.

Zu Saisonbeginn war dieses Kräfteverhältnis noch undenbkar, doch die letzen Updates sowie der Sieg aus eigener Kraft in Miami haben McLaren zu einem ernsthaften Herausforderer gemacht. “Wir kämpfen jetzt um die ersten beiden Plätze. Es ist immer noch überraschend, jetzt hier zu sagen, dass es enttäuschend ist, nicht zu gewinnen. Aber nach dem letzten Wochenenden und den Verbesserungen sollten wir das von uns langsam erwarten.”