

Pierre Gasly war am vergangenen Wochenende bei der Formel 1 in Las Vegas eines der Opfer von Gabriel Bortoleto. Der Sauber-Fahrer zersörte mit seiner Aktion am Start nicht nur das Rennen von Lance Stroll, sondern auch von Pierre Gasly. Der Routinier geht mit dem Rookie hart ins Gericht. Mit der Strafe für den Unfallauslöser ist er mehr als einverstanden, fordert dennoch eine Überarbeitung der Racing Guidelines für die Formel 1 2026.
“So sehr ich Gabi mag, und er hat dieses Jahr einen guten Job gemacht, aber das war einfach armselig”, so Pierre Gasly vor dem 23. und vorletzten Rennwochenende im Formel-1-Kalender 2025 in Katar. Der Franzose war in Las Vegas von Startplatz zehn in den Grand Prix gegangen. In der ersten Kurve wurde er von Stroll gedreht, der seinerseits von Gabriel Bortoleto gerammt wurde. Der Brasilianer erhielt dafür eine 10-Sekunden-Zeitstrafe, die er aufgrund eines Ausfalls aber nicht absitzen konnte und am Sonntag in Katar mit einer Startplatzstrafe von fünf Positionen antreten wird.
Formel-1-Strafe für Gabriel Bortoleto verdient
Gabriel Bortoletos beurteilung, sich nur etwas verschätzt zu haben, teilt Gasly nicht. “Ist es [Strafe] hart? Ich denke nicht. Für mich was es eine große Fehleinschätzung, und auf diesem Level, auch wenn Gabi eine gute Saison gefahren ist, sollte das nicht passieren”, watscht der 29-Jährige seinen Fahrerkollege ab. “Du startest auf dem harten Reifen, ganz hinten, und er hat sich ja nicht nur um ein paar Meter vertan. […] Für mich war es ein großer Fehler, kein kleiner.”
Anders als Pierre Gasly konnte Lance Stroll sein Rennen in Las Vegas nicht beenden. Er musste den Aston Martin noch auf der ersten Runde abstellen. “Es tut mir für Gabriel leid, denn er ist ein Freund. Und die Situation, sich auf der Bremse so zu vertun, das passiert”, so der Kanadier. “Aber wenn du außer Kontrolle in die Kurve fährst und andere crashst, da ist die Strafe ganz sicher verdient.”
Startunfall kostet Pierre Gasly Chance auf Formel-1-Punkte
Anhand der ‘Driving Standards Guidelines’ werden seit 2022 die Zwischenfälle von den Stewards bewertet und geahndet. In der Startrunde herrscht aufgrund der hohen Intensität im Feld in der Regel eine gewisse Nachsicht. “Es gibt auch Situationen, in denen du dich etwas verbremst, so wie Liam [Lawson]. Da ist es anders”, verweist Gasly auf die Szene zwischen dem Racing-Bulls-Rookie und McLaren-Fahrer Oscar Piastri beim Start in Las Vegas. Es kam zu einem Rad-an-Rad-Kontakt, der für keinen der beiden Konsequenzen hatte.
Für den Alpine-Fahrer war die Szene mit Bortoleto besonders bitter, weil er sich mit seiner Ausgangslage in Las Vegas eine der in diesem Jahr rar gesäten Punktechancen erhofft hatte. “Wir wollen [bei der Beurteilung] eigentlich nicht die Konsequenzen berücksichtigen, aber manchmal kostet es die anderen eine Punktechance”, sagt er. Die Guidelines sieht er dennoch kritisch, auch wenn in diesem Fall seiner Ansicht nach richtig entschieden wurde.
Pierre Gasly fordert Überarbeitung der Formel-1-Guidelines
“Ich denke nicht, dass wir sie ganz abschaffen sollen. Aber wir sollten sie definitiv etwas anpassen, um sie von einer Situation auf die andere flexibler zu gestalten”, so Gasly gegenüber Motorsport-Magazin.com. Vor allem der Spielraum für einen Missbrauch der Guidelines stört ihn: “Im Auto gibt es anhand der Guidelines Situationen, in denen du davonkommen kannst, obwohl es nicht fair ist. Natürlich nutzen wir die Graubereiche immer aus, aber es geht darum, diese zu Begrenzen.”
In Brasilien war die Strafe für Oscar Piastri nach seinem Unfall mit Mercedes-Fahrer Kimi Antonelli heiß diskutiert. Gerade was das Überholen angeht, sind die Guidelines für Gasly nicht ausgereift genug. “Wenn du innen bist und zu früh bremst, kannst du damit davonkommen, indem du einfach die Bremse löst und reinlaufen lässt”, erklärt er. “Umgekehrt kann es so sien, dass jemand die Tür zumacht und dich früh dazu zwingt, härter zu bremsen, und das führt dann zum Kontakt.”
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