Max Verstappen gewann am Samstag den Formel-1-Sprint in Österreich. Doch sein Sieg über das McLaren-Duo kann nicht über das bestimmende Red-Bull-Thema der letzten Tage hinwegtäuschen: Den Konflikt zwischen Teamchef Christian Horner und Max’ Vater Jos Verstappen, der nach einigen Monaten Feuerpause ausgerechnet beim Heimrennen der Bullen erneut eskalierte.

Der Grund dafür erscheint eigentlich trivial: Jos Verstappen hätte im Rahmen der Legends Parade auf dem Red Bull Ring den RB8 aus der Formel-1-Saison 2012 fahren sollen, einer Veranstaltung im Rahmen des Grands Prix, für die die Streckenbetreiber verantwortlich sind. Christian Horner soll allerdings eingegriffen und die Anweisung erteilt haben, den Run von Jos nicht zu filmen. Dieser teilte anschließend gegenüber niederländischen Medien gegen Horner aus und sagte seine Teilnahme an der Demo-Fahrt ab.

Max Verstappen zu Horner vs. Jos: Kann seine Meinung verstehen

Max Verstappen bezog bei der Pressekonferenz nach dem Formel-1-Sprint in Österreich Stelllung zu dem Streit und war dabei vor allem um Schlichtung bemüht. “Es ist natürlich nicht nett. Ich denke weder für mich, noch für meinen Vater, noch für Christian und auch nicht für das Team. Man will natürlich nicht, dass solche Dinge passieren”, so der F1-Weltmeister.

Verstappen stellte sich hinter seinen Vater, mit dem er ein sehr enges Verhältnis pflegt: “Ich denke mein Vater hat die Gründe deutlich dargelegt und natürlich kann ich seine Meinung verstehen.” Die Demo-Fahrt sei Jos Verstappen dabei nicht wichtig gewesen, aber die Handhabe innerhalb von Red Bull habe ihn aufgeregt.

“Es ist ihm egal ob er das Auto fährt oder nicht. Aber wenn er darum gebeten wird, nur um dann herauszufinden, dass man nicht will, dass er das Auto fährt […], dann kann ich ihn verstehen”, sagte der fünffache Spielberg-Sieger, der die gute Beziehung zu der Heimstrecke der Bullen betonte. Vor dem Rennen unterhielt sich Verstappen noch demonstrativ in der Red-Bull-Box mit seinem Vater und Red-Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko. Der Österreicher positionierte sich in den vergangenen Monaten ebenfalls als Widersacher von Horner, hielt sich bei dem derzeitigen Konflikt aber zurück.

Red Bull-Pilot Max Verstappen mit Vater Jos Verstappen und Dr. Helmut Marko im Paddock
Max und Jos Verstappen mit Dr. Helmut Marko vor dem F1-Sprint in Österreich, Foto: Motorsport-Magazin.com

F1-Weltmeister Verstappen: Will gute Beziehung zu allen

“Ich will mit allen eine gute Beziehung haben. Aber dieses Szenario hätte natürlich vermieden werden können”, erklärte Max abschließend. Den Namen seines Teambosses Christian Horner nahm er dabei nicht in den Mund. Aber es benötigt angesichts der Aussagen von Jos nicht viel Interpretationsspielraum, um aus diesen Aussagen herauszulesen, wen Verstappen zwischen den Zeilen für diese erneute Eskalation verantwortlich macht.

Das Verhältnis zwischen Horner und Jos Verstappen gilt bereits seit langem als schwierig. In dieser Formel-1-Saison eskalierte der Streit zwischen den Beiden beim Großen Preis von Saudi-Arabien. Verstappen Senior warf Horner angesichts dessen Textnachrichten-Affäre aus den Wintermonaten vor, dass das Team wegen ihm Gefahr liefe, zerrissen zu werden und zählte ihn offen als Teamchef an.

Horner und Jos müssen aber wohl noch länger miteinander auskommen. Max Verstappen lieferte erst am Donnerstag vor dem Formel-1-GP in Österreich die klare Ansage, dass er 2025 für Red Bull an den Start gehen werde. Im März betonte er aber auch, dass es ihn in der Formel 1 nur an der Seite seines Vaters und seines persönlichen Management-Teams geben werde.