8:0 steht es im Qualifying-Duell zwischen Max Verstappen und Sergio Perez. Seit 2021 gewann Sergio Perez fünf Rennen, Max Verstappen 49. Checos letzter Sieg ist mit Aserbaidschan 2023 mehr als ein Jahr her. Daniel Ricciardo, Pierre Gasly, Alex Albon und Sergio Perez – alle litten bzw. leiden unter dem Schatten des Mozarts der Formel 1. Perez: Druck bei Red Bull so hoch wie nirgendwo anders.

Sergio Perez: Max Verstappen machte Krise bei Red Bull schlimmer

“Ich kann nur für mich selbst sprechen: Aber es gibt einen Grund, warum Red Bull nicht für jeden funktioniert”, philosophierte Sergio Perez in Imola. Dieser Grund heißt Max Emilian Verstappen. Nach dreieinhalb Jahren beim Team zieht der Red-Bull-Pilot Resümee: “Es ist ziemlich schwierig, Teamkollege von Max zu sein.”

Denn: Neben dem 26-Jährigen sieht jeder sehr leicht schlecht aus. “Ich bin sicher, mit einem anderen Teamkollegen würde ich mehr glänzen”, erklärt der sechsfache Grand-Prix-Sieger. “Und wenn du sowieso schon Probleme hast, und dann einen Teamkollegen wie Max, der Wochenende für Wochenende so abliefert…”

“Irgendwann gerätst du dann in einen Teufelskreis. Du jagst nur dem Auto-Setup hinterher, obwohl da wahrscheinlich nicht viel zu holen ist”, berichtet Perez von seinen Schwierigkeiten. 2023 verlief er sich komplett im Setup-Dschungel, wollte unbedingt auf eigene Faust Dinge ausprobieren und so Verstappen schlagen. Vergeblich.

Sieger Max Verstappen und Sergio Perez feiern den Red Bull-Doppelsieg auf dem Podium
Red Bull startete das Jahr mit drei Doppelsiegen in vier Rennen, Foto: Getty Images / Red Bull Content Pool

Die Folge: Nach gutem Start mit zwei Siegen geriet er in einen Negativ-Strudel. Es lief erst wieder besser, als sich Perez wieder mehr an Verstappens Abstimmung orientierte. “Es ist dann vielleicht am besten, einen Neustart zu machen und dabei mental stark zu bleiben”, erklärt er. Nachsatz: “Es kann manchmal wirklich hart sein. Bei Red Bull musst du mental stark sein.”

Hochdruckkammer Red Bull: Noch schlimmer als bei anderen Formel-1-Teams

So auch der Plan 2024: Basis-Setup, und dann gemeinsam mit dem Teamkollegen ein Standard-Abstimmungsplan. Bis zum Start der Europa-Saison der Königsklasse hat das mit drei zweiten und einem dritten Platz auch gut geklappt. Seit Imola kämpft Perez, in Monaco wurde es schlimmer statt besser und Perez erinnerte stark an seine Vorjahres-Version. In der Fahrer-Wertung ist Checo mittlerweile auf P5 abgerutscht.

“Ich werde wieder gewinnen, solange ich jedes Wochenende performe”, ist sich Perez sicher. Im Hinterkopf hat er dabei eine mögliche Verlängerung seines Vertrags, Ende 2024 läuft dieser bei Red Bull aus. “Aber ich denke, in der Formel 1 bist du immer unter Druck, egal ob du einen Vertrag hast oder nicht. Du musst immer abliefern.” Aber: “Vor allem Red Bull erzeugt ein Umfeld, in dem der Druck sehr hoch ist.”

Stroll, Sargeant, Ricciardo & Co: Wer gehört noch in die F1? (34:26 Min.)

Aber es ist nicht alles schlecht mit Max Verstappen. “Es ist eine große Herausforderung. Er ist der beste Fahrer, sehr komplett, macht sehr selten Fehler”, so Perez. “Es ist auch gut, einen Teamkollegen zu haben, der einen antreibt und wirklich an die Grenzen bringt. Ich weiß, dass ich ihn nur mit einem perfekten Wochenende schlagen kann.”

Auch nicht einfach haben es die Alpine-Teamkollegen Esteban Ocon und Pierre Gasly miteinander. Christian Danners Meinung dazu könnt ihr in der aktuellen Ausgabe des AvD-Motorsport-Magazins nachschauen.