Wenn die Formel 1 an diesem Wochenende zum Großen Preis der Emilia Romagna nach Imola kommt, ist es 30 Jahre her, dass Roland Ratzenberger und Ayrton Senna auf der legendären Rennstrecke nahe San Marino tödlich verunglückt sind.

Damals, im Mai 1994, gerade erst sechs Jahre alt war Sebastian Vettel, seines Zeichens heute viermaliger Formel-1-Weltmeister und Sohnemann von Hobbyrennfahrer Norbert Vettel, der seinen Filius schon in jungen Jahren an den Motorsport herangeführt hat.

Vettel fährt Sennas McLaren MP4/8

Ende 2022 hat der Hesse seinen Formel-1-Helm eigentlich an den Nagel gehängt, zu Ehren seines zweiten großen Idols neben Michael Schumacher kehrt er am Sonntag aber in einen F1-Rennwagen zurück. Konkret wird Vettel den McLaren MP4/8 steuern, den der legendäre Ayrton Senna 1993 pilotierte – und der heute Vettel gehört.

„Ich war erst 7 Jahre alt, als der Unfall passierte“, rekapituliert der Deutsche. „Ich habe viel über Ayrton Senna durch meinen Vater gelernt, der ein Fan von ihm war. Er schenkte mir auch eine Senna-Puppe und ein kleines Senna-Spielzeugauto. Aber am nächsten kam ich ihm, als ich ihn beim Großen Preis von Hockenheim von der Tribüne aus beobachten konnte.“

Sebastian Vettel mit einer Hommage an Senna

Sebastian Vettel wird in Imola Ehrenrunden in Sennas McLaren von 1993 abspulen

Bild: sebastianvettel.de

AUTO BILD weiß: Vettels erstes Formel-1-Modellauto war eben jener MP4/8. „Mein absolutes Lieblingsauto“, sagt er zu dieser Website. „Es war eines meiner ersten F1-Modelle und hatte einen Ehrenplatz in meiner Vitrine. Der McLaren war nicht das beste Auto in dieser Saison, aber trotzdem gewann Senna fünf Rennen damit. Das macht es so speziell.“

Speziell war natürlich auch der Fahrer im Cockpit. Vettel: „Leider hatte ich nie die Gelegenheit, Ayrton persönlich zu treffen. Später, während meiner Rennfahrerkarriere, habe ich jedoch von Leuten innerhalb und außerhalb des Fahrerlagers viel über ihn als Mensch und Fahrer erfahren. Was ich später an ihm besonders schätzte, war, dass er nicht nur einer der besten Rennfahrer aller Zeiten war, sondern dass er die sozialen Probleme und die Armut in seinem Heimatland Brasilien adressierte. Diese Unterstützung wird heute, dreißig Jahre später, dank der Senna-Stiftung fortgesetzt.“

Vettel-Run zu Sennas Ehren

Um die zu unterstützen, dreht der Heppenheimer nach der Fahrerparade am Sonntag nicht nur Demo-Runden im McLaren. Vettel plant am Donnerstagabend auch einen Lauf rund um die Strecke und dabei natürlich zur Tamburello-Kurve, in der Senna verunglückte. Dazu verkauft er gemeinsam mit der Schweizer Modemarke Neumühle auf seiner Website u.a. ein T-Shirt im Senna-Design. Die Hälfte der Erlöse kommen der Senna-Stiftung zu Gute.

Außerdem hat er mit dem deutschen Hersteller Abus eigens Schlösser mit dem Slogan „Senna Forever“ gravieren lassen. Die sollen dann von der Laufgemeinde an den Zaun nahe des Senna-Denkmals gehängt werden. So will der viermalige Weltmeister „Ayrton Senna heute und für immer mit allen seinen Fans in Erinnerung behalten.“

Eine schöne Geste von einem viermaligen Formel-1-Weltmeister für einen dreimaligen, dem das Schicksal weitere Weltmeisterschaften verwehrte.