Wenn sich ein Team in der laufenden Formel-1-Saison vom Hinterfeld absetzen und die Lücke zu den Top 5 schließen konnte, dann waren das eindeutig die Racing Bulls. Das kleine Red-Bull-Team machte in den letzten Wochen zunehmend nicht nur Aston Martin das Leben schwer, sondern konnte sich auch – zumindest zeitweise – mit Mercedes messen.

Ein Problem zog sich dennoch wie ein roter Faden durch die bisherige Saison. Praktisch immer war es nur ein Fahrer des Teams, der um ein starkes Ergebnis kämpfte, während der andere im Mittelfeld-Verkehr gefangen war oder allgemein die Pace seines Teamkollegen nicht mitgehen konnte.

Doch zumindest im Qualifying von Imola hatte diese Serie ein Ende. Erstmals im Jahr 2024 gelang beim GP der Emilia-Romagna sowohl Daniel Ricciardo als auch Yuki Tsunoda der Einzug in Q3. Die Startpositionen 7 und 9 sorgen für doppelte Punkte-Hoffnung. Doch wie realistisch ist diese?

Yuki Tsunoda mit Enttäuschung nach Q2-Sensation: Warum plötzlich langsamer?

Dabei gab es team-intern nach wie vor ein klares Gefälle, wenn auch nicht so sehr in Q3. Denn in Q1 und Q2 sorgte Yuki Tsunoda für Furore. Im zweiten Qualifying-Segment reichte ihm sogar sein erstes Outing, um P3 im Session-Klassement einzufahren. Ein sensationell anmutendes Ergebnis. “Mit einem Satz durch Q2 zu kommen, das war ziemlich positiv und auch insgesamt haben wir ein ziemlich solides Wochenende”, erklärte Tsunoda.

Doch in diese Freude über das starke Q2-Resultat mischte sich bei ihm auch Enttäuschung darüber, dass er im entscheidenden Qualifying-Segment diesen ungeahnten Höhenflug nicht fortsetzen konnte. Im Gegenteil: In Q3 war seine Runde sogar eine Zehntelsekunde langsamer als im Abschnitt zuvor und das obwohl er diesmal zwei Soft-Reifen zur Verfügung hatte und nicht nur einen.

“Ich habe mir ehrlich gesagt mehr von Q3 erwartet. Aber ich habe nicht alles zusammenbekommen”, ärgerte er sich. Ein kleiner Fehler in Kurve 6 kostete ihm vermutlich wertvolle Sekundenbruchteile. Die etwas schwächelnde Runde beschönigte die Leistung seines Teamkollegen etwas. Denn Daniel Ricciardo schaffte zwar seinen ersten Q3-Einzug bei einer ‘echten’ Qualifying-Session 2024 [die bisherigen kamen alle nur im Sprint-Qualifying], doch der Abstand zu dem Japaner war phasenweise doch auffallend groß.

Daniel Ricciardo spielt wieder nur die zweite Geige: Wo liegt die Rundenzeit?

Das leugnete auch der Formel-1-Routinier nicht. Er stellte fest, das Tsunoda vom Beginn des ersten Trainings an mit dem Auto besser zurechtkam, während Ricciardo noch an vielen Stellen Aufholbedarf hatte. Ricciardo verortete den Rückstand vor allem in einem Abschnitt: Sektor 1. “Im ersten Sektor hatte ich ziemlich einige Probleme. Wir machten zwar etwas Fortschritte, aber dort verlor ich auf meinen Runde einiges”, erklärte er.

Auf der restlichen Runde sei er auf Augenhöhe mit Tsunoda gewesen. Doch in der modernen Formel 1 ist ein Rückstand von drei Zehntel bereits eine Welt, vor allem wenn der schnellere Fahrer – wie im Q2 der Racing Bulls – nur einen Reifensatz für diese Zeit benötigt.